Sorge um Sicherheit für Autobahn am neuen Westkreuz der A40 in Bochum
18.01.2012 | 17:23 Uhr 2012-01-18T17:23:00+0100
Bochum. Vor dem Hintergrund des in diesen Tagen für Schlagzeilen sorgenden Bergschadens auf der A 45 (Vollsperrung der Autobahn) bei Dortmund stellt sich auch in Bochum am neuen Westkreuz der A40 die Frage nach der Sicherheit. Schließlich lag das riesige Loch auf der Wattenscheider Straße nicht nur mitten auf der Fahrbahn, sondern im Herzen dieses künftigen großen Autobahnknotens.
„Es gib für uns keinen Anlass, dort noch einmal hinzuschauen.“ Da ist sich Rolf Witte, Projektleiter von Straßen.NRW für den Bau des neuen Autobahnkreuzes (A 40 Westkreuz) , ganz sicher.
Gerade vor dem Hintergrund des in diesen Tagen für Schlagzeilen sorgenden Bergschadens auf der A 45 (Vollsperrung der Autobahn) bei Dortmund stellt sich die Frage nach der Sicherheit. Schließlich lag das riesige Loch auf der Wattenscheider Straße nicht nur mitten auf der Fahrbahn, sondern im Herzen dieses künftigen großen Autobahnknotens.
Der Gutachter braucht mehr Zeit
„Eigentlich“, so räumt Stadtwerke-Sprecher Thomas Schönberg ein, „sollte Mitte dieser Woche das Gutachten zur Ursache dieses Schadens vorliegen.“ Doch der Gutachter braucht mehr Zeit. Fest stehe immerhin, dass rund 20 Meter unter der Fahrbahn der Wattenscheider Straße zwei Kohleflöze anstehen. Ob der Altbergbau jedoch als Ursache für den Schaden herangezogen werden kann, bleibt weiterhin offen.
Straßen.NRW ist bewusst, dass das Gebiet rund um die Abfahrt Stahlhausen von Altbergbau betroffen ist. „Wir haben an sämtlichen Widerlagern und Stützen für die dort bereits errichteten Brücken über Bohrungen Hohlräume verfüllt und Lockerungen verfestigt“, so Witte.
Der jetzige Oberflächenschaden habe keinen Einfluss auf die Standfestigkeit. Wie berichtet, hatte ein Spezialunternehmen vom Jahr 2009 an 30 000 Kubikmeter Spezialmasse über rund 1000 Bohrlöcher im Bereich des künftigen Autobahnkreuzes in die Erde gebracht. Dabei drangen die Bohrer bis zu 70 Meter tief in die Erde vor.
Innerhalb der zulässigen Toleranzen
Wenige hundert Meter weiter östlich des Schadens vom Ende Dezember auf dem Gelände der zur Zeit ruhenden Krupp-Deponie Marbach gibt es genaue Untersuchungen des Untergrunds. Das Grubenbild (Verzeichnis der Untertage-Einrichtungen) der Zeche Carolinenglück wurde herangezogen.
In einem im Rahmen des Erörterungstermins zum Planfeststellungsverfahren zur Wiedereröffnung der Deponie gefertigten Protokoll heißt es: „Daneben wurde durch das Geotechnische Büro D. auch der Schacht im Bereich der jetzigen Autobahn A 40 untersucht und festgestellt, dass die Mehrbelastung durch die Druckfortpflanzung weit innerhalb der zulässigen Toleranzen liegt.“ Dieses Gutachten bescheinigte, „dass die Überdeckung der alten Flöze mehr als ausreichend ist“.

00:57
Und wenn jetzt trotz aller positiven Gutachten doch etwas passiert, will es wieder keiner gewesen sein. Dann heißt es wieder: Nach damaligen Stand.... bla bla bla...
Wenn allerdings erst in 50 oder 100 Jahren etwas passiert, kann der dann Verantwortliche guten Gewissens schreiben: "Alle damals Beteiligten sind inzwischen verstorben und mir sind keine derartigen Gefahrenstellen bekannt. ;-)
Bleibt nur zu hoffen, dass die jetzigen Maßnahmen bis in alle Ewigkeit ausreichend bleiben...
14:59
Da hilft prophylaktisch nur noch eines. Die Stollen im Ruhrgebiet reaktivieren und ausbauen, und den Umstieg der Pendler auf Loren fördern!
Gruß
08:31
Fakt ist, dass viele Flöze in der Streckentrasse liegen, die zu sichern sind. Nur die Brücken zu sichern und die Fahrbahnen dagegen nicht zu berücksichtigen ist schon grob fahrlässig!!
Wie erklärt der Landesbetrieb, wenn die Überdeckung der Flöze denn ausreichend wäre, dass vor Jahren Tagesbrüche selbst auf seinem ehemaligen Betriebssitz an der Wattenscheider Straße gefallen sind. Im Bereich des Westkreuzes sind in den letzten 100 Jahren ca. 20 bis 30 bergbaubedingte Tagesbrüche gefallen.
Hier besteht Handlungsbedarf!!!!!!!
Gesundbeten hilft hier nicht.