So viel Herzblut und Energie ist selten

Zum ersten Mal seit über drei Jahren ist der gefeierte Musiker Gisbert zu Knyphausen wieder im Bahnhof Langendreer zu Gast. „Es ist wunderschön, wieder hier zu sein“, sagt er mit einem aufrichtigen und charmanten Lächeln – und man glaubt es ihm aufs Wort.

Er ist kein Mann der großen Worte, lieber lässt er seine Musik für sich sprechen und tobt sich in seinen Liedern aus. Und genau das macht er auch an diesem Abend – mit tatkräftiger Unterstützung von seinen „Kid Kopphausen“-Bandkollegen Felix Weigt (Bass), Alexander Jezdinsky (Drums) und Marcus Schneider (E-Gitarre). Zusammen mit ihnen gibt er von der ersten Minute an Vollgas und steckt alles, was er an Herzblut, Leidenschaft und Energie in sich trägt, in seine Lieder.

Es wird laut, es wird wild

Schon mit den ersten Nummern machen sie klar, in welche Richtung das Konzert geht: Es wird laut, es wird rockig, es wird wild. Am Anfang stehen ein paar Stücke von der Kopphausen-Platte: unter ihnen „Haus voller Lerchen“, „Das Leichteste der Welt“ und „Meine Schwester“. Im Laufe des Abends mischen sich immer mehr von Gisberts Solostücken ins Programm. Ausgerechnet diese Lieder sorgen immer wieder für Überraschungen, weil die meisten von ihnen ganz anders klingen als auf der Platte. In „Kleine Ballade“ und „Kräne“ ist der Text merklich verändert, „Erwischt“ kommt erstaunlich schnell daher, „Sommertag“ beginnt als Akustikstück und verwandelt sich erst in der zweiten Strophe in einen Rocksong.

Es scheint so, als ob Gisbert sich weiterentwickelt und zusammen mit den anderen Jungs einen neuen Stil gefunden hat - und bekommt er viel Applaus vom Publikum. Das ist von Anfang an mit genauso viel Herz und Energie bei der Sache: Es singt, tanzt, lacht und lauscht, als wäre jedes Lied und jedes Wort kostbar.