Das aktuelle Wetter Bochum 19°C
Bochum

So klappt's auch mit dem Nachbarn

16.07.2008 | 19:55 Uhr

Auf den Wegen am Ufer des Sees tummeln sich Fußgänger, Radfahrer und Inline-Skater - manchmal kommen sie sich in die Quere. Eine dritte Strecke soll die Situation weiter entspannen und das Gebiet noch attraktiver machen. ...

Anregende Gespräche am WAZ-Mobil: (v.l.) WAZ-Moderator Michael Weeke, Gerd Langhans, Redakteurin Kirsten Simon, Wilfried Perner, Dirk Wölpert und vorne Lutz M. Gollnick (Bezirksbürgermeister) und Reinhold Marsollek (BoSS05). Fotos: WAZ, Michael Korte

... Vereine wollen Sicherheitstraining für Skater anbieten WAZ-MOBIL IM EINSATZ AM KEMNADER SEE Es gibt Dinge, die kann man sich nicht aussuchen. Dazu gehören auch Nachbarn. Am Kemnader See ist das so: Dort leben Radfahrer, Spaziergänger und Inline-Skater nebeneinander. Nicht immer schiedlich, friedlich.

Aus diesem Grund ging es gestern am WAZ-Redaktionsmobil vor dem Haus Gibraltar um die Situation am See, die, wie es Wilfried Perner, sagt, "bald noch besser sein soll". Der Geschäftsführer der Gesellschaft Freizeitzentrum Kemnade meint damit den Plan von einem dritten Weg entlang des Ufers, "dann hätten wir für Fußgänger, Radfahrer und Skater eigene Strecken". "Das würde sich hier zu einem Eldorado entwickeln", sagt Dirk Wölpert. Er freut sich auch im Namen seiner Vereinskollegen und der vielen Hobby-Skater, für die der Kemnader See schon jetzt attraktiv ist. Wölpert ist Vorsitzender des Skate-Vereins RuhrBoss 03 und war gestern einer der drei geladenen Experten in der WAZ-Runde.

Neben Wilfried Perner und Dirk Wölpert hatte sich auch Gerd Langhans in seiner Uniform durch den Nieselregen zum Haus Gibraltar aufgemacht. Als Leiter der Polizeiwache Süd-Ost weiß er, dass sich Spaziergänger und Inline-Fahrer nicht unbedingt Arm in Arm fortbewegen, wenn sie gemeinsam den See-Weg wählen: "Aber Unfälle sind zum Glück die Ausnahme." In dreieinhalb Jahren habe die Polizei hier fünf Unfälle mit insgesamt sieben Verletzten aufgenommen. Der Jüngste hat sich am Montag ereignet, als ein älterer Radfahrer und ein jüngerer Skater zusammengerasselt sind.

Alle drei Experten und auch die Passanten, die gestern am WAZ-Mobil Halt gemacht haben, waren sich einig: Eine dritte Strecke am See würde die Lage entspannen - "aber es kommt auch auf die gegenseitige Rücksichtnahme an", sagt Wilfried Perner. Um die Sicherheit zu verstärken, haben sowohl Dirk Wölpert von RuhrBoss 03, als auch Reinhold Marsollek, Vorstand des Vereins Boss05, am WAZ-Mobil versprochen, Sicherheitstraining für Hobby-Skater am See anzubieten: "70 Prozent der Fahrer können nicht richtig bremsen, 90 Prozent können nicht sicher fallen", schätzt Marsollek.

Wilfried Perner von der Gesellschaft Freizeitzentrum betont, dass eine weitere Bahn am See nicht (nur) den Vereinsskatern zu Gute kommen soll: "Wir wollen eine Strecke, die der Allgemeinheit zur Verfügung steht." Ziel sei es, das Gebiet rund um den See zu einer Attraktion für Nordrhein-Westfalen zu machen, "mit Biergärten, einem ausgebauten Hafen Heveney und einem dritten Weg rund um den See". Sicherlich solle durch Weg Nummer drei auch die Sicherheit verstärkt werden, "aber wir bewegen uns schon jetzt auf einem hohen Niveau, das darf man bei der ganzen Diskussion nicht vergessen", sagt Perner. "Stimmt, auch ich sehe die Lage hier inzwischen ganz gelassen, bloß sonntags meide ich den Weg, da ist zu viel los", sagt Willi Mantei, ein Radfahrer, der fast jeden Tag am See entlang radelt.

Fest steht: Kommt Weg drei, dann klappt's auch mit den Nachbarn.

Von Kirsten Simon

Facebook
 
Kommentare
17.07.2008
17:40
So klappts auch mit dem Nachbarn
von hamicha | #2

Genau aus diesen Gründen meide ich z.B. den
KEMNADER -,Henstey- oder Harkortsee .
Einigermassen unbehelligt kann man heute nur
noch auf Waldwegen mit Schotter wandern.
Da kommen zumindest die Inliner nicht hin !!
Die spielen ihre Rücksichtslosigkeit lieber an den Seen aus,vor allem die Yuppies.

17.07.2008
14:07
So klappts auch mit dem Nachbarn
von cortomaltese62 | #1

Das die Inliner zur Zeit nicht anders können, als wahlweise einen der beiden Wege zu nutzen ist klar. Ärgerlich finde ich Radfahrer auf dem Fußweg und Jogger (ziemlich viele sogar) und Spaziergänger auf dem Radweg - zudem noch nebeneinader oder im Pulk.
Ganz abgesehen davon, war der Radweg von vornherein eine Fehlplanung. Er ist stellenweise einfach zu eng, wenn sich Radfahrer begegnen. Besonders, wenn Kinder, die noch unerfahren sind nicht geradeausfahren. Da gibt es einige sehr unübersichtliche, enge Stellen, die entschärft werden müssten - gerade auch für die Sicherheit der Kinder.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1138456/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Zugunglück im Eisenbahnmuseum
Bildgalerie
Feuerwehr
Feiner Tierpark
Bildgalerie
Zoo
Neues Musikzentrum
Bildgalerie
Realisierungswettbewerb
Aus dem Ressort
Ruhrbischof Overbeck rügt Umgang mit Opel-Belegschaft
Opel
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat den Umgang mit der Belegschaft des Bochumer Opel-Werkes ungewohnt scharf attackiert. Die schon lange andauernden Unsicherheiten seien nicht mehr hinnehmbar, sagte Overbeck am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Essener Dom.
Foto 8 Kommentare 8
Bochumer klagen: Unsere Stadt vermüllt
Umwelt
Straßen, Gehwege, Plätze, Containerstandorte: Immer größere Teile Bochums sind verdreckt. Die WAZ stellt in den nächsten Tagen die fünf größten Abfall-Ärgernisse in den Blickpunkt einer Themenwoche.