Sieben Tage-Lesung beendet
12.09.2010 | 16:42 Uhr 2010-09-12T16:42:00+0200
Bochum. Die siebentägige Nonstop-Lesung „Tugend und Laster“ist beendet. Es wurde ein ausgedehntes Fest für die Literatur, ohne Stottern. Angedacht ist eine Wiederholung - in Varianten.
Wer jetzt nicht für Literatur begeistert ist, dem ist wohl nicht zu helfen: 168 Stunden Nonstop-Lesung gingen am vergangenen Freitag um Punkt 20 Uhr zu Ende. Und die unermüdliche Abfolge von Vorlesern, ob morgens, mittags oder um Mitternacht , hatte eine Palette von Texten aufgefächert, die keine Nische, keine Besonderheit, aber auch kein allseits beliebtes Stück Literatur übersehen zu haben schien. Wer hat schon einmal den ganzen „Hyperion“ von Hölderlin gehört? Zwei Stunden lang, beinahe ohne Atemholen von Mark Rabe vorgetragen. Oder wer schon einmal über Pippi Langstrumpfs Streiche um sieben Uhr morgens gelacht? Carsten Marc Pfeffer machte es möglich. Und dann noch die kongeniale Anverwandlung von Qualtingers „Herrn Karl“ durch Axel Laczkovics. Natürlich ist es unfair, nur einige Namen herauszugreifen, doch der Platz auf dieser WAZ-Seite lässt es nicht zu, die generell so anschaulichen Leseleistungen während der sieben Tage entsprechend zu würdigen. Darum - hier an dieser Stelle - Dank an alle, die mitgemacht haben (Der Schreiber dieser Zeilen gehörte mit zum Vorbereitungsteam).
Mensch und digitale Medien
Zum Schluss zeigte der aus Berlin angereiste Jörg Albrecht, was unter einer Stakkato-Lesung zum Thema Mensch und digitale Medien zu verstehen ist. Danach ein Ausklang bei Bier, Wein und Wasser: zufriedene Gesichter allüberall, wenn auch mit erschöpften Zwischentönen bei jenen Betreuern der Lesung, die zu jeder Tages- und Nachtzeit die Leselustigen begrüßt hatten, ihnen das Mikro gerichtet und darauf aufmerksam gemacht hatten, dass dort vorn die kleine Kamera stehe, mit der der Vortrag ins weltweite Netz übertragen werde. Schon nach kurzer Zeit waren beglaubigte Nachrichten im Kunstmuseum eingetrudelt, dass in China und Frankreich die Nonstop-Lesung im fernen Bochum zur Notiz genommen worden ist.
Rund 200 Vorleser waren angemeldet: Und wer zugesagt hatte, der kam auch. Das muss man sich einmal vorstellen: Da stellt sich jemand für drei Uhr nachts den Wecker, um um 4 Uhr morgens im Kunstmuseum aus seinem Lieblingswerk zu lesen. Vor sich meist nur die kleine Crew des Organisationsteams: Neben Mitgliedern der sechsköpfigen Gruppe, die die Lesung ein Jahr lang vorbereitet hatte, waren das Studierende der Ruhr- Uni, die - Vorteil der Jugend - selbst bei Sonnenaufgang noch kein Zeichen von Ermüdung zeigten.
Zwei oder drei gegen Morgen
Nicht zu vergessen die Museumsmitarbeiter an der Pforte, die ebenfalls Tag und Nacht besetzt war. Das Kunstmuseum ging in diesen sieben Tagen und Nächten an die Grenzen seiner Möglichkeiten und doch, es gelang: Die Nonstop-Lesung, die keinem Rekord nachhechelte, sondern als ausgiebige Hommage an die Welten der Literatur gedacht war, zeigte keine Stottergeräusche, keine unliebsamen Unterbrechungen oder Störfälle. Die 168 Stunden schnurrten ab so zuverlässig wie ein Otto-Motor.
Eine Stadt im Zeichen der Literatur: Neben Einzellesern hatten sich auch Kulturinstitutionen wie das Rottstr5-Theater, das Prinz-Regent-Theater und die Stadtbücherei angemeldet, um mit mehrstündigen Programmen das allgemeine Thema der Lesung,„Tugend und Laster“, scharf und charmant zu profilieren.
2000 Zuhörer wurden während der sieben Tage insgesamt gezählt. Die Quote reichte von gelegentlich 100 tagsüber bis zu zwei oder drei gegen Morgen.

11:59
super sache.
ich war leider im urlaub.
bitte wiederholen!
für die staufenbergs gilt was für die sarrazins auch gelten sollte:
noch nicht mal ignorieren!
10:59
Also ich finde den Staufenberg ja irgendwie süß. Der hat so richtig schön die Schraube locker.
16:41
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13:49
Ha, ha, ha: 2000 Menschen! Da wurde mal wieder die Kortumstraße migezählt. 100 höchstens! Davon waren allein 12 die Reinigungskräfte und Museumsmitarbeiter.
10:33
Es war ein Kulturgenuss für mich und weitere rund 2000 Menschen, super gemacht.
Das der erfolglose Schmierenwebsitebetreiber trotzdem rumpöpelt ist leider nichts neues.
22:09
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21:51
Vorlesen hat nix mit Literatur zu tun! Selber lesen bildet und eröffnet den Zugang zum Buch. Der Lese-Maraton war Quatsch - taugte noch nicht einmal für das Guinessbuch der Rekorde. Eine eitle Selbstdarstellung vieler Möchtegern-Provinz-Promis. Deren Namen sind auch auf der ersten Platte des Platzes für das EU-Versprechen zu lesen. Jochen Malmsheimer nannte diese in seiner berühmten Festrede: Idioten