Sie sahen sich im Dienst der BO-Kultur

Was am Jahresende bleibt, ist die Trauer um die Toten der Bochumer Kulturszene des Jahres 2014.

Bernd Kowalzik, Mitbegründer der über Bochum hinaus bekannten Zeche und Geschäftsführer von Roof Music, starb am 25. Februar nach längerer Krankheit. Der bekennende Eric Clapton-Fan holte in den 80ern Größen wie Tina Turner in die Zeche und produzierte die ersten LPs von Herbert Grönemeyer. Kowalzik wurde nur 64 Jahre alt.

Eine weitere Zeche-Institution: Claus Dürscheidt starb am 26. November mit 74 Jahren an den Folgen einer Tumorerkrankung. Als Mitbegründer der Zeche hatte Dürscheidt schon einen Namen, als er seinen Arbeitsmittelpunkt auf das Weltkulturerbe Zollverein verlegte. Hier hob er nicht nur das „Casino“ aus der Taufe, das die feine Küche aufs Gelände brachte, sondern auch das bis heute im wesentlichen gültige Veranstaltungskonzept für das Zollverein-Areal.

Als Lyriker hat Hugo Ernst Käufer nie viele Worte gemacht. Er schrieb Aphorismen, Gedankensplitter, komprimierte Einsichten und gründete 1967 in Gelsenkirchen die Literarische Werkstatt. Am 9. Mai ist der Bochumer Publizist und Autor, dem die Literaturszene an der Ruhr so viel verdankt, an seinem Altersruhesitz in Legden gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Am 5. September starb Dr. Richard Erny in Querenburg im Alter von 86 Jahren. Er prägte die Kulturstadt Bochum als Kulturdezernent von 1970 bis 1990 maßgeblich. In seiner Amtszeit gelang es ihm mit Peter Zadek, Claus Peymann und Frank-Patrick Steckel Intendanten zu verpflichten, die das Schauspielhaus bundesweit führend machten. Auch die Aufstellung der Stahlskulptur „Terminal“ von Richard Serra 1979 wurde von ihm vorangetrieben.

Kultur für alle“ hieß das progressive Motto des Hobby-Jägers Richard Erny, der, „ganz Herr seiner Entscheidung“, angesichts einer Erkrankung den Freitod wählte.

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