Service und Party rund ums Auto

Die alte Bogestra-Fläche an der Freudenbergstraße
Die alte Bogestra-Fläche an der Freudenbergstraße
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Essener Unternehmen will 2,7 Hektar neben dem Schlachthof komplett nutzen für Messen, Pkw- und Motorradverkauf, Oldtimer-Ausstellungen.

Bochum.. Die Pläne stoßen nicht auf ungeteilten Beifall; dennoch gab es im Bezirk Mitte mehrheitlich Zustimmung für den Investor Automotive Group, der eine Brachfläche an der Freudenbergstraße komplett betrieblich nutzen will. Architekt und Mitgesellschafter Dr. Jörg Ibach erläuterte dem Gremium das Konzept, auf insgesamt 27.000 Quadratmetern Service und Unterhaltung rund ums Auto anzubieten.

Wo früher der Bauhof der Bogestra war, will die BOB Automotive Group GmbH mit Sitz in Essen Gewerbe aus dem Bereich Mobilität ansiedeln. Geplant sind die Erweiterung des Autohauses Witzel, Werkstätten, ein Betriebshof, eine Ausstellungs- und Mehrzweckhalle, ein American Diner, eine Kongresshalle, ein Autohaus und eine Tankstelle.

Do-it-yourself-Angebote für Autobesitzer

„Uns schweben zudem Do-it-yourself-Angebote für Autobesitzer vor. Historische Fahrzeuge werden eine Rolle spielen, auch die Tankstelle soll im Retro-Design errichtet werden“, so Ibach. Diese soll direkt an der Grundstückseinfahrt platziert werden hin zur Schlachthofseite. Die geplanten Clubpartys könnten in der Kongresshalle veranstaltet werden. Auf der Seite Dorstener Straße sieht der Bebauungsplan Doppelhaushälften mit acht Wohneinheiten für die Mitarbeiter vor.

Ibach: „Der Haupt-Besucherandrang wird an den Wochenenden stattfinden; da erwarten wir schon bis zu 500 Leute. An den sonstigen Tagen werden es nicht mehr als 100 Leute.“ Ein Verkehrsgutachten, so versicherte er, werde in Auftrag gegeben. Darauf hatte die Politik bei der ersten Debatte über das Vorhaben, die damals ohne Beschluss abgebrochen wurde, Wert gelegt. Besonderes Kopfzerbrechen bereitet den Bezirksvertretern, dass in der Erschließung des Geländes keine öffentliche Straße vorgesehen ist, weil das Gewerbegebiet nicht auf mehrere Grundstücke aufgeteilt wird. Die Verwaltung verwies darauf, dass eine öffentliche Straße auf einem Privatgrundstück mit erheblichen Mehrkosten verbunden wäre, was sie gegenüber dem Investor für unangemessen hielte.

Planungsziele des Bebauungsplans geändert

Holger Schneider (SPD): „Ich bezweifle, dass sich die Investition trägt.“ Dennis Rademacher (FDP), beratendes Mitglied, hielt entgegen: „Hier will ein Unternehmen investieren; so etwas braucht Bochum, sonst gehen die woanders hin.“ James Wille (CDU) sah das ähnlich: „Es ist schwer, große Flächen an den Markt zu bringen. Und diese Brache bietet sich nahezu an.“

Martin Oldengott (SPD): „Dieses Vorhaben ist wichtig für den Stadtteil, auch, wenn das Konzept nicht von allen goutiert wird. Wir müssen abwarten, ob der Markt es annimmt. Deshalb wird die SPD die Pläne befürworten.“ Bei 14 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen wurden die Planungsziele des Bebauungsplans geändert: Ehedem waren für das Areal Vergnügungsstätten ausgeschlossen.