Rittersitz und Ackerstreit
20.10.2009 | 18:39 Uhr 2009-10-20T18:39:00+0200Die Serie stellt in lockerer Folge alphabetisch eine Auswahl der rund 1 900 Bochumer Straßennamen vor. Heute: Am Leithenhaus und Am Leweken.
Am Leithenhaus: Ein Stück der Geschichte des Straßennamens ist heute noch in Langendreer zu sehen – als Teil der Schulen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Am Leithenhaus (1929 so benannt; vorher hieß sie Schloßstraße) geht von der Hauptstraße in Langendreer aus in östlicher Richtung ab. Sprachlich steht die Bezeichnung, so erfahren wir in der städtischen Erläuterung der Straßennamen, in einem historischen Zusammenhang mit der Familie von der Leithen, die, aus einer sächsischen Grenzfeste 1158 stammend, über Haus Leithe in Gelsenkirchen-Buer, über Haus Marten im heutigen Dortmund und über das Leithenhaus in Langendreer um 1480 nach Haus Laer kam (Quelle: Archiv Haus Laer). Nach Kreuzer und Alberts war das Leithenhaus identisch mit dem Haus Langendreer. Es gehörte einst zu den repräsentativen Rittersitzen auf Bochumer Stadtgebiet; bereits um 1200 wurde es erstmalig erwähnt, und bis zum 15. Jh. war es Sitz der Herren von Dreer. Nach einer äußerst wechselvollen Geschichte blieben von dem Wasserschloss nur noch Reste erhalten, beispielsweise das stattliche Nebengebäude, das heute für schulische Zwecke genutzt wird.
Quelle: Betreten erwünscht, Ein Freizeit- und Wanderführer der Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt der Stadt Bochum, Bochum, 1987
Quelle: Kreuzer, C., 1100 Jahre Langendreer-Werne, Bochum, 1987
Am Leweken: Diese Straße liegt in Werne zwischen Rutgerweg und Im Höllken. Sie wurde 1952 benannt nach der Gewannen(Flur)-bezeichnung Leweken Sacken. Der Flurname ist aus zwei Begriffen zusammengesetzt; bei Lewek(en) könnte es sich um die Kurzform von Levold, Levin und dergleichen handeln. In Verbindung mit mittelniederdeutsch saken = eine Sache vor Gericht haben, könnte es sich wohl um einen Anspruch, den ein Lewek vor Gericht erhebt, handeln. Der umstrittene Anspruch auf ein Landstück kann demnach sehr wohl namengebend gewesen sein.
Quelle: Schmidt, H. W., Örtlichkeitsnamen im Bochumer Raum, Der Bochumer Süden und Osten, Bochum, 1982
(Gesamtquelle: Stadt Bochum)

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