"Senkrechtstarter" ausgezeichnet
28.01.2008 | 23:25 Uhr 2008-01-28T23:25:02+0100Mit 2500 Euro wurden die besten zehn Ideen von "Bochum 2015" prämiert.In der zweiten Phase des Bochumer Gründerwettbewerbs wird im April der endgültige Sieger ermittelt
Obwohl Christian Knebel "Juicy Beats" liebt, aber keine Leute kennt, die seine Leidenschaft für elektronische Musik teilen, verzichtete er bisher auf die beliebte Open-Air-Party im Dortmunder Westfalenpark. Denn so ganz allein feiert es sich nicht gut. Das soll sich dieses Jahr möglichst ändern. Denn der angestaute Frust brachte eine Geschäftsidee hervor. Gemeinsam mit seiner Kommilitonin Maren Schäfer entwickelte der Wirtschaftswissenschaftler ein eigenes Konzept für ein neues Internet-Portal. Das Projekt ist eines von insgesamt zehn, die beim 1. Bochumer Gründungswettbewerb "Senkrechtstarter" von Bochum 2015 mit 2500 Euro prämiert wurden.
"Wir wollen ein Portal für Freizeitaktivitäten schaffen", sagt Christian Knebel. Auf der Homepage finden sich Veranstaltungstipps. Die Nutzer können sich über das Portal kennen lernen, sich austauschen und die gewünschten Events gemeinsam besuchen. Die zwei Jungunternehmer planen, am 1. April online zu gehen. Ein Firmenname müsse aber noch gefunden werden, sagt Maren Schäfer.
Für die Businessplan-Entwürfe war dies auch noch nicht zwingend notwendig, dennoch musste die Geschäftsidee überzeugend präsentiert werden. Die Experten-Jury von Bochum 2015 bewertete nach strengen Kriterien: Etwa, ob die Ziele realistisch gesetzt sind, was das zu gründende Unternehmen auszeichnet, wie es sich im Wettbewerb verhalten will oder welche Marketingkonzepte entwickelt worden sind. Insgesamt 62 dieser Entwürfe erreichten das Jury-Team bis zum 19. Dezember, seit Mittwochabend sind nur noch zehn potenzielle "Senkrechtstarter" im Rennen. In einer zweiten Phase (Einsendeschluss ist der 23. April) wird der endgültige Sieger des Wettbewerbs ermittelt.
Schon in der ersten Phase konnten die eingereichten Konzepte unterschiedlicher nicht sein: Unter den prämierten Ideen war von virtuellen Gewinnspielen, über IT-Dienstleistungspakete bis hin zu Sprachberatungen für Behörden und Institutionen alles vertreten, was neue Nischen besetzen könnte.
Harry Münster (Teamname "Biomitec Münster) verspricht sich mit seinen zweiteiligen und bioaktiven Keramikimplantaten, welche er gemeinsam mit dem Institut für Keramik an der RWTH Aachen seit rund fünf Jahren entwickelt, eine Lücke in der Zahntechnik zu schließen. Mit seinem "Business Coach" Hubert Krause hat der Bochumer ein Konzept entworfen, welches ebenfalls die Jury überzeugt hat. Seine Geschäftsidee ist so einzigartig, dass Münster bereits ein Patent auf die Klebetechnik seiner Keramikimplantate angemeldet hat.

15:58
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
im voranstehenden Artikel wird der Eindruck erweckt, dass nur noch zehn potenzielle Senkrechtstarter im Rennen sind.
Richtig ist, dass 1. die Begutachtungen am Ende der beiden Wettbewerbsphasen unabhängig voneinander sind und 2. eine Wettbewerbsteilnahme sowie die Gewinnchancen in der zweiten Phase unabhängig von einer Prämierung oder Teilnahme an der ersten Phase sind.