„Senioren-Tiernothilfe“ half schon in 65 Fällen in Bochum

In der Demenzabteilung des Seniorenheim St.-Anna-Stift, fotografiert am Mittwoch, 12. Juni 2013, leben seit vielen Jahren zwei Katzen. Therese Rosenkranz (rechts) und Irene Blachetti sitzen auf dem Sofa im Wohnzimmer; dazu hat sich Kater Toni gesellt. Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
In der Demenzabteilung des Seniorenheim St.-Anna-Stift, fotografiert am Mittwoch, 12. Juni 2013, leben seit vielen Jahren zwei Katzen. Therese Rosenkranz (rechts) und Irene Blachetti sitzen auf dem Sofa im Wohnzimmer; dazu hat sich Kater Toni gesellt. Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Die „Senioren-Tiernothilfe“ konnte älteren Menschen bereits 65 Mal finanziell helfen, damit ihre vierbeinigen Lieblinge gut versorgt werden.

Bochum.. Bereits in rund 65 Fällen hat der Bochumer Verein „Tiere in Not“ älteren Hausstierhaltern, die unter Altersarmut leiden, finanziell unter die Arme gegriffen. Im vergangenen August hatte der Tierschutzverein die Initiative „Senioren-Tiernothilfe“ ins Leben gerufen und dafür um Spenden gebeten. Jetzt sagt der Geschäftsführer des Vereins und Gründer der Hilfsmaßnahme, Gerhard Kipper: „Die Aktion ist ein voller Erfolg geworden und das Konzept ist aufgegangen.“

Kipper beobachtet schon seit mehreren Jahren eine Zunahme von Fällen, in denen Tierbesitzer vorübergehend die Kosten, vor allem Dingen bei tiermedizinischen Behandlungen, nicht mehr aufbringen konnten. Die Anzahl solcher Fälle habe sich allein von 2012 auf 2013 verdoppelt – bis ins Dreistellige, hatte Kipper im vorigen Jahr der WAZ erklärt. Renten würden oft nur noch für das Nötigste reichen. Kämen dann noch Tierarztkosten dazu, „geht nichts mehr“. Eine Verschiebung der Behandlung würde aber „Elend und Leid für das Tier und den Tierhalter“ bedeuten, „denn der leidet mit“. Oft sei das geliebte Haustier zusammen mit seinem Halter alt geworden und müsse dann sogar abgegeben werden.

„Ich finde, das ist eine ganz stolze Sache“

Genau solche Zwangslagen und Härtefälle will „Tiere in Not“ mit der Aktion vermeiden oder zumindest abmildern, denn Haustiere sind für ältere Menschen oft der einzige tägliche soziale Kontakt. „Die Tiere spenden Trost, sie muntern auf und vertreiben die Einsamkeit“, sagt Kipper. „Wenn das Tier in seinem geliebten Zuhause und bei seinem geliebten Menschen bleiben kann, ist allen geholfen.“

In den vergangenen Monaten bekam der Verein von Privatpersonen als auch von einigen Unternehmen Geld zur Verfügung gestellt, mit dem für finanzschwache Tierhalter eine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung, eine Impfung, eine Entwurmung oder eine Ausstattung mit einem Chip zur Identifizierung des Tieres bezahlt werden konnte. Die jeweiligen Beträge lagen Kipper zufolge zwischen 50 und 250 Euro und insgesamt bei knapp 10 000 Euro.

Nutznießer sind überwiegend alleinstehende Frauen.

Nutznießer der kleinen Geldhilfen sind überwiegend alleinstehende Frauen. Aber auch Männer und bedürftige Ehepaare sind darunter. In fast allen Fällen geht es um ihre Katzen.

Sachleistungen und Spendenkonto „Ich finde, das ist eine ganz stolze Sache“, sagt Kipper über die Aktion, bei der er mit Wohlfahrtsverbänden und Behörden kooperiert. Dennoch braucht sein Verein weiterhin Spenden, um die Aktion fortzusetzen. Gerne hätte er schon noch mehr Tierhaltern geholfen, „doch das Geld fehlte dafür“.