Selbsthilfegruppe wirf Bogestra diskriminierendes Verhalten vor

Fahrer von Elektro-Mobilen, sogenannten Scootern, werden in Bussen und Straßenbahnen der Bogestra nicht mehr befördert. Mit einer Abmahnung durch seine Anwälte reagierte darauf der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK).

Für Manfred Liebich, Experte für Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenraum beim BSK, stellt diese Vorgehensweise der Verkehrsgesellschaft gegenüber betroffenen Menschen eine klare Diskriminierung dar. „Das lassen wir uns nicht gefallen“, sagte er. „Im Interesse unserer Mitglieder, die aufgrund ihrer Körperbehinderung ohnehin Mobilitätsprobleme haben, werden wir mit Unterstützung unseres Verbandes dagegen vorgehen.“

Unterlassungserklärung

Zwischenzeitlich seien sogar Fälle bekannt geworden, bei denen schwerstbehinderte Menschen, die einen Elektro-Rollstuhl benutzen, die Mitfahrt in Bussen und Bahnen verweigert wurde, sagt Heike Witsch,Nahverkehrsexpertin beim BSK.

Nachdem die Bogestra die ihr jetzt zugestellte Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet habe, hält der Behindertenverband an seinen Forderungen fest. „Jeder Tag, an dem Scooter-Fahrer und Elektro-Rollstuhl-Benutzer an den Haltestellen nicht mitgenommen werden, ist ein Verstoß gegen das Menschenrecht auf Mobilität“, sagt Manfred Liebich. „Wir werden weitere Schritte in die Wege leiten und im Interesse von Menschen mit Behinderung gegen das diskriminierende Verhalten der Bogestra vorgehen.“