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Wissenschaft

Science Slam - der Urknall vor dem Altar

22.12.2010 | 16:35 Uhr
Science Slam - der Urknall vor dem Altar
Science Slam in der Christuskirche Bochum: Dr. Till Moritz Karbach sprach vor Altar und Kreuz über den Urknall. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Bochum.Der erste Bochumer Science Slam fand jetzt in der Christuskirche statt. Gewonnen hat den Wissenschaftler-Wettkampf Daniel Weimar von der Uni Duisburg-Essen mit seinem Vortrag zur Errechnung des Wertes eines Fußballvereins.

Gibt es Schönheitskriterien bei Hühnern? Bestehen manche Menschen aus Antimaterie? Und was bekommt man eigentlich für einen erfundenen Fußballverein? Diesen und weiteren Fragen widmete sich der „Science Slam“ am Montag Abend in der Christuskirche. Da mag mancher aufhorchen, Wissenschaft in der Kirche? Es funktioniert wirklich. Dies bewies vor allem Dr. Till Moritz Karbach, der vor Altar und Kreuz locker über den Urknall sprach, ohne Unmut aus den gefüllten Kirchenbänken zu ernten.

Applaus
Unterhaltungswert

Vorbild des Science Slams sind die Poetry Slams. Genau wie beim Wettstreit der Dichter müssen auch die Wissenschaftler bei ihren Vorträgen darauf achten, möglichst hohen Unterhaltungswert zu erreichen und die Zuschauer nicht zu langweilen, denn das Publikum stimmt per Applaus zum Schluss über Sieg und Niederlage ab.

Nur zwei Regeln gäbe es beim sogenannten Science Slam, erläuterte Moderator Julius Hölscher anfangs: Die Teilnehmer müssen begeistern und dürfen nicht länger als zehn Minuten über ihr Forschungsprojekt sprechen. Den außer Konkurrenz gewerteten Anfang machte Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, dem Moderator zufolge „einer der bekanntesten Wissenschaftler Deutschlands“. Hatt referierte weitaus mehr als zehn Minuten über das „Wunderwerk Nase“. Besonders begeisterte er das Publikum mit den Forschungsergebnissen über den Geruchssinn von Spermien, die offenbar eine Schwäche für Maiglöckchen haben.

Wissenschaft fürs Volk

Als erster Slammer trat der RUB-Student André Posenau an. Er referierte darüber, wie Altenpflegerinnen mit ihren dementen Patienten sprechen. Eine Doktorarbeit in zehn Minuten referiert: Interessant war das schon. Doch dank hallender Kirchenwände und nervösem schnellen Sprechen, kam nicht alles Gesagte beim Publikum an.

Nach dem Physiker Karbach, der die Zuschauer beruhigte, dass sie nicht aus Antimaterie bestünden, folgte der wohl erwartungsvollste Auftritt von Dr. Elmar Diederichs aus Berlin. Er sprach über „Schönheitskriterien bei Hühnern“. Dass sich dahinter eher ein mathematischer Vortrag über Wahrscheinlichkeiten bei der Hennenwahl versteckte, ahnte wohl da noch niemand.

Den Abschluss des Abends machte der spätere Sieger des Bochumer Science Slams: Daniel Weimar, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Duisburg-Essen. Teilweise durch filmische Unterstützung erklärte er, wie man den Wert eines Fußballvereins errechnen kann. Dank RTL-Anleihen („Raus aus den Schulden“) und Panini-Bildchen von weniger schönen Profi-Spielern gewann er das Publikum für sich, das bei der Bewertung am lautesten für ihn klatschte. Feierlich wurden ihm als Siegerprämie ein Paar Boxhandschuhe vom Moderator überreicht, denn: „Die Wissenschaft kämpft ja mit harten Bandagen“.

Lisa Reimus

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Kommentare
28.12.2010
14:51
Science Slam - der Urknall vor dem Altar
von DieGermanistin | #3

Also ich war mit einigen Freunden bei der Veranstaltung und wir waren ziemlich begeistert! Langeweile kam bei uns überhaupt nicht auf. Ist wohl Geschmackssache.
Leider konnte man in den hinteren Reihen nicht alle Präsentationen lesen.

27.12.2010
12:36
Science Slam - der Urknall vor dem Altar
von Besucher2x | #2

Ich fand es langweilig und bin in der Pause gegangen.

22.12.2010
17:17
Science Slam - der Urknall vor dem Altar
von Zu Dumm | #1

Meine kleinen,urmenschlichen Probleme,sehe ich im nichts verschwinden.

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