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Verkehr

Schwertransport schob sich durch Bochum

23.10.2009 | 18:17 Uhr

Die Strecke Siegen-Gelsenkirchen ist in 90 Minuten zu schaffen. Länger dauert es, wenn das Gefährt 61 Meter misst und 315 Tonnen wiegt.

Gert Wartenberg hatte vorgesorgt. Mit einer warmen Jacke und Warnweste bekleidet, dem Funkgerät in der Hand stand der Einsatzleiter des Bochumer Verkehrsdienstes bereit, die ganze Nacht zu arbeiten, draußen. Eigentlich sollte sich der Schwertransport schon am Mittwochabend seinen Weg durch Bochum bahnen, doch bei Halver blieb er an einem Berg hängen. Von der Kosterstraße bis zur A 40 an der Berliner Straße ist der Koloss in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nun gerollt. Dort wurde er der Gelsenkirchener Polizei übergeben.

61 Meter langes Gefährt

Donnerstag, 20 Uhr, die Straßen sind gesperrt, die Strecke ist geprüft sogar ein Kreisverkehr wurde abgedeckt. Eine große Menschenmenge steht an der Kreuzung Haarstraße/Königsallee und erwartet den Tross. Überall blitzen Fotoapparate, aufgeregte Kinder, Polizisten stehen an der Straße. Hier wird das 61 Meter lange Gefährt durch das erste Nadelöhr fahren. Weiter unten auf der Kosterstraße verläuft sich die Menschenmenge, nur noch einzelne Zuschauer stehen wie Mahnwachen am Straßenrand. Autos dürfen hier jetzt keine mehr fahren. Kurz vor der Kosterbrücke, am Startpunkt ist es taghell, Blinklichtgewitter und Strahler erhellen die Szenerie.

Für viele war der Transport das Ereignis am Donnerstagabend. Fotos: © Gero Helm / WAZ FotoPool

Drei Zugmaschinen stehen bereit, die 315 Tonnen schwere Last zu bewegen, zwei ziehen, eine schiebt. Die Fracht selber ist fest vertäut auf einem Anhänger, der auf unzähligen Reifen rollt. 4,10 Meter breit und fast fünf Meter hoch ist die Ladung.

Dann ist es soweit: „Es geht los”, spricht Wartenberg in sein Funkgerät. Die Motoren brüllen auf, Stahlseile spannen sich, es stinkt nach verbranntem Gummi, der Zug setzt sich in Bewegung, den Berg hinauf. Nur etwas schneller als Schrittgeschwindigkeit fährt der Transport. Alles scheint glatt zu gehen, Wartenberg steigt in seinen Wagen und folgt dem letzten Gefährt.

Zentimeterarbeit ist gefragt

Kurz nach dem Ortseingangsschild – der erste Engpass muss durchfahren werden. Die vorderen Zugmaschinen werden abgekoppelt. Vorsichtig schiebt der hintere Laster den Anhänger über die Kreuzung. Es ist Zentimeterarbeit. Fast schrammt die Fahrerkanzel eine Ampel. Doch der Fahrer leistet ganze Arbeit. Wenige Minuten später hängt die Last wieder an den Zugmaschinen und es geht weiter. Die Menge applaudiert, die erste Hürde ist geschafft.

Info
Getriebe ist auf der Reise nach Korea

Hergestellt wurde das Schopfscherengetriebe von SMS Siemag in Hilchenbach bei Siegen. Nach der Einschiffung in Gelsenkirchen wird die Fracht in rund vier Tagen in Hamburg umgeladen. Vier Wochen später soll das Getriebe in Korea stehen.

Fast fünf Stunden später ist der Schwertransporter am Ziel A 40 angekommen. Auch weitere Hindernisse sind erfolgreich umfahren worden. Genaugenommen wurde eins sogar überfahren. An der Westerfelder Straße war ein Kreisverkehr im Weg. Kurzerhand wurde er mit Platten abgedeckt, so dass der Zug über ihn hinweg rollen konnte. An der Hattinger Straße mussten die Fahrer richtig rangieren.

Gelsenkirchen, übernehmen Sie

„Bei uns verlief alles reibungslos”, resümiert Frank Plewka, Pressesprecher der Bochumer Polizei, „jetzt sind die Gelsenkirchener Kollegen dran”. In der Nacht von Freitag auf Samstag eskortierten sie die Fracht zum Hafen.

Was aber wurde da Donnerstagnacht quer durch Bochum transportiert? „Eine Schopfschere, muss irgendwas für Friseure sein”, witzelte Wartenberg. Genau genommen ist das große grüne Gerät ein Schopfscherengetriebe mit dem Grobbleche geschnitten werden. Das Getriebe selber wiegt übrigens nur 155 Tonnen, also knapp die Hälfte des ganzen Schwertransportes.

Lutz Tomala, Marc Wolko, Gero Helm

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Kommentare
24.10.2009
22:01
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Böse Hexe | #8

Haben die Leute nichts Interessanteres zu sehen, als nachts bei der Kälte mit ihren kleinen Kindern an der Ecke zu stehen und dem armen Schwertransportfahrer das Leben schwer zu machen??

24.10.2009
13:35
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Pinatz | #7

In Bochum ist ja schwer was los!

24.10.2009
12:18
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Gebensiedasverzerrtewortein | #6

@ 4
lieber didid, tatsächlich wimmelt es auf den seiten von derwesten.de vor rechtschreibfehlern, in einer printausgabe habe ich das noch nie erlebt, dass die redakteure so schlechte orthographiekenntnisse besitzen !(oder so ungenau korrekturlesen)
ich wünsche dir ein wenig mehr humor !

24.10.2009
11:19
Schwertransport schob sich durch Bochum
von bernieabg | #5

Übrigens: Der Papierkrieg durch die Bürokratie wog allein für diesen Transport 630 t. (*g*)

24.10.2009
06:51
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Didid | #4

was sind das doch für geistlose Schwätzer !!!Alle 3

24.10.2009
00:41
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Howitowner | #3

nö nö verteut gibt es schon...aber dazu ist die niederländische Rechtschreibung nötig...im unserem Ländchen sollte man es aber dann doch mit ä schreiben...gg

23.10.2009
22:28
Schwertransport schob sich durch Bochum
von Gebensiedasverzerrtewortein | #2

mag dier nichtz drauss, di könen hir nicht so gut schraiben und hapen kain koregtourprogram

23.10.2009
21:19
Schwertransport schob sich durch Bochum
von spidersh | #1

Spannend zu lesen, aber m. E. heisst es vertäut statt verteut...weil auf ein Tau bezogen

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