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Zahl der Schwerhörigen steigt - HNO-Ärzte warnen vor MP3-Player

30.05.2013 | 08:00 Uhr
Zahl der Schwerhörigen steigt - HNO-Ärzte warnen vor MP3-Player
Immer mehr junge Menschen werden schwerhörig. Die Ursache: Häufiges und (zu) lautes Musikhören per MP3-Player.Foto: WAZ FotoPool

Bochum.  Dr. Jan Peter Thomas schlägt Alarm. Das häufige und (zu) laute Musikhören per MP3-Player werde dazu führen, dass immer mehr junge Menschen schwerhörig werden, warnt der HNO-Facharzt im Vorfeld des 1. Bochumer Hörtages. Unsere Redaktion unterstützt die Info-Kampagne mit einer Telefonsprechstunde.

15 Millionen Deutsche gelten als schwerhörig. Tendenz: steigend. Der Prozess ist schleichend. „Vielen fällt der zunehmende Verlust ihres Hörvermögens zunächst nicht auf. Oft sind es Angehörige, Kollegen oder Freunde, die sie darauf aufmerksam machen“, weiß Dr. Thomas, Oberarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde im Elisabeth-Hospital.

Das Fundament für das ewige „Wie bitte?“ wird in der Jugend gegossen. Risikofaktor Lärm: Wer sich seine Lieblingsmucke unterm Kopfhörer ständig in Presslufthammer-Dimensionen zuführt oder jedes Wochenende die Gehörgänge in der Disco und bei Rockkonzerten durchpusten lässt, muss mit Langzeitschäden rechnen. „Jedes Piepsen im Ohr, jedes Gefühl, wie durch Watte zu hören, ist bereits ein Zeichen für einen Innenohrschaden. Zwar normalisiert sich das Gehör meist nach wenigen Stunden. Die permanente Lärmbelastung kann aber dauerhaft zu einer irreparablen Schwerhörigkeit führen. Die tritt nach unseren Beobachtungen immer häufiger und immer früher auf“, erklärt Dr. Thomas im Gespräch mit unserer Redaktion.

Kostenloser Hörtest

Wie kann ich mich schützen? Woran erkenne ich eine Schwerhörigkeit? Welche operativen und technischen Möglichkeiten halten Medizin und Wissenschaft bereit? Welchen Nutzen haben implantierbare Hörgeräte? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es am Freitag, 7. Juni. Bei einer Telefonsprechstunde können Leser mit den HNO-Klinikfachärzten Prof. Dr. Stefan Dazert ( 0234/509 84 22), Prof. Dr. Katrin Neumann ( 0234/509 84 23) und Dr. Thomas ( 0234/509 84 24) ins Gespräch kommen. Die Telefone sind von 14 bis 16 Uhr geschaltet.

Ebenfalls am 7. Juni macht ein Hörmobil Station in der Innenstadt. Auf dem Dr. Ruer-Platz können die Passanten von 10 bis 17 Uhr bei kostenlosen Hörtests erfahren, wie es um ihr Gehör bestellt ist.

Das St. Josef-Hörsaalzentrum an der Gudrunstraße/Stadionring ist am Samstag, 8. Juni, Schauplatz des 1. Bochumer Hörtages. Von 9 bis 13 Uhr wird in vier Vorträgen über das Hörzentrum Ruhrgebiet (Prof. Dazert), die Schwerhörigkeit (Dr. Klaus-Peter Tillmann), Hörstörungen in unterschiedlichen Lebensaltern (Prof. Neumann) und „Hightech fürs Ohr“ (Dr. Thomas) informiert. Alle Vorträge werden auf Leinwände projiziert. Für schwerhörige Besucher stehen zudem technische Hilfsmittel bereit.

Jürgen Stahl

Kommentare
31.05.2013
08:59
Schwerhörigkeit kommt auf leisen Sohlen
von Knuddelkater | #2

Es kommt, denke ich, sehr auf die Lautstärke an - bein normaler ist es OK, aber wenn man mit seinen Ohrstöpsel den halben Bus beschallt habe ich da so...
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2013-05-30 08:00
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