Schwere Zeiten
08.01.2009 | 13:20 Uhr 2009-01-08T13:20:00+0100Die Metall- und Elektroindustrie im Mittleren Ruhrgebiet stellt sich auf schwere Zeiten ein.
Dies geht aus einer aktuellen Konjunktur-Umfrage des Arbeitgeberverbandes Metall in Bochum hervor. Drei Viertel der befragten Mitgliedsunternehmen gaben dabei an, sich im Vergleich zu 2008 auf eine schlechtere konjunkturelle Situation einzustellen.
Ausbildung
Zwar könne das Ausbildungsplatzangebot auf einem hohen Niveau gehalten werden und auch bei der Beschäftigungsseite würden immerhin 65 Prozent der Unternehmen stabile Verhältnisse für das erste Halbjahr 2009 sehen. Allerdings sei der Saldo aus Personalaufbau (zwölf Prozent) ud Personalabbau (19 Prozent) ins Minus gerutscht. Bemerkenswert ist, dass 23 Prozent aller Unternehmen über einen akuten Fachkräftemangel klagen.
Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise seien betriebsbedingte Kündigungen oder Kurzarbeit noch kein Thema, betont der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Dirk W. Erlhöfer: „Die Schwerpunkte der Maßnahmen liegen im Abbau von Arbeitszeitkonten und beim Abbau von Leiharbeitskräften beziehungsweise dem Auslaufen von befristeten Verträgen.”
Umsätze
Laut Arbeitgeberverband verlief das zweite Halbjahr 2008 für die meisten Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie recht positiv. Im Vergleich zum ersten Halbjahr sei der Auftragseingang von nur 42 Prozent der Befragten als schlechter, von 38 Prozent als gleichbleibend gut und von zwölf Prozent sogar als verbessert beurteilt worden. 75 Prozent hätten einen fast gleichbleibend guten oder sogar besseren Umsatz als im ersten Halbjahr erzielt.

16:09
Betriebsbedingte Kündigungen kein Thema ???
Die Arbeitgeber der Metallindustrie, insbesondere im Maschinen- und Anlagebau wissen längst, dass sie seit September 2008 praktisch keine Auftragseingänge mehr haben und die Entlassungen und Kündigungen schon im Detail geplant.
Mit dem Abbau von Arbeitszeitkonten und der Einführung von Kurzarbeit, versuchen sie, die restlichen Aufträge noch abzuarbeiten, bevor sie im März/April 2009 die ersten Massenkündigungen aussprechen. Das Abmanagen von Mitarbeitern wird dann billiger und schmerzloser (aus dem NOKIA-Streik hat man gelernt...)
Und das Argument, Fachkräfte möglichst lange zu halten, ist eine Nebelkerze, da die Herren bisher ja immer davon ausgingen, dass man Fachkräfte nicht ausbilden muss, da sie ja auf den Bäumen wachsen.
Die Arbeitgeber sollte nicht klagen, sondern sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden, sonst stehen sie moralisch nicht besser da als die Abzocker, die die Bankenkrise ausgelöst haben ....