Schwere Zeiten für EGR-Chef Müller
27.07.2010 | 19:30 Uhr 2010-07-27T19:30:00+0200
Bochum.Mit Bestürzung haben Präsidiumsmitglieder des EGR-Aufsichtsrates zur Kenntnis genommen, dass die Staatsanwaltschaft Aachen weiter gegen EGR-Geschäftsführer Müller ermittelt.
Schon nach der Ratssitzung am 8. Juli hatte sich das dreiköpfige Aufsichtsrats-Präsidium (Heinz-Dieter Fleskes (SPD), Roland Mitschke CDU, Wolfgang Cordes (Grüne) zu einer Sondersitzung getroffen und war dort von Stadtdirektor Paul Aschenbrenner über die Vorgänge um Müller informiert worden.
Anschließend wurde EGR-Geschäftsführer Müller das alleinige Zeichnungsrecht entzogen. Schriftstücke, vor allem Zahlungsanweisungen, muss Stadtdirektor Paul Aschenbrenner gegenzeichnen. Weil die Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) eine Tochterfirma der Stadt ist, ist der Stadtdirektor dort Mitgeschäftsführer.
Auf Nachfrage der WAZ erklärten die Präsidiumsmitglieder Cordes und Mitschke übereinstimmend, dass sie von der Nachricht, dass der Staatsanwalt immer noch gegen Müller ermittele, überrascht wurden. Mitschke telefonierte deshalb mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Fleskes, der gerade Urlaub in Irland macht. Fleskes stimmte zu, den Aufsichtsrat in der Sondersitzung am Mittwoch umfassend zu informieren. Dabei soll beraten werden, wie man mit Müller weiter verfahren soll.
Laut Staatsanwaltschaft Aachen wird ihm vorgeworfen, sich als Geschäftsführer einer kommunalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Düren 25 000 Euro Prämie genehmigt und ausgezahlt zu haben, ohne den Aufsichtsrat zu fragen. Auf Druck des dortigen Landrates habe er den Betrag zurückzahlen müssen.
Schon im Frühsommer 2009, als Müller sich um den mit rund 130 000 Euro Grundgehalt (plus Dienstwagen) dotierten Geschäftsführerposten der EGR beworben hatte, soll er von Anfang an den Prämienvorfall aus Düren offengelegt haben. Er habe das ordnungsgemäß verbucht, habe er damals gesagt, den Fall mehr als „kleinen politischen Knatsch“ gewertet. Es war die SPD in Düren, die Strafanzeige gegen ihn gestellt hatte. Wie die WAZ erfuhr, wurde Müller im Sommer 2009 nur mit der knappen Mehrheit von 4:3 Stimmen im Aufsichtsrat als neuer EGR-Chef gewählt. Es hieß, der parteilose Müller sei vor allem auf Druck des Stadtkämmerers Dr. Manfred Busch und Wolfgang Cordes gewählt worden. Cordes: „Ich habe mich für Müller entschieden, da stehe ich zu. Busch hat sich definitiv rausgehalten.“

18:40
Ach Staufenberg immer Richtig Steuern gemacht oder auch mal gemögelt?
Denn dann haben Sie auch den Filz...
Also nicht mit Steine werfen,wenn man im Glashaus Sitzt.
13:37
Der EGR ist völlig überflüssig. Bekannt geworden ist der EGR eigentlich nur dadurch, dass die EGR Geschäftsführer den Eistreff in den Ruin gewirtschaftet haben. Nach dem Abriss des selbigen hat der EGR nix mehr zu tun ausser exorbitante Gehälter und Miete zu zahlen und den Aufsichtsrat zu verwöhnen. Die Affäre um Müller zeigt deutlich, dass nur eine sofortige Schliessung und Entlassung aller Mitarbeiter die Lösung sein kann!
12:08
@Staufenberg
Ihre Welt ist einfach, überschaubar und von Machtphantasien geprägt. Aber keine Sorge, das kann man behandeln.
@cerberus02
Aber bei den Banken muss man Zinsen zahlen.
11:45
Es ist für mich nicht nachvollzieber, warum ein leitender Angestellter mit einem Gehalt von 130.000. Euro bei seinem neuen Arbeitgeber sofort um ein Darlehen in Höhe von 25.000, Euro nachfragen muß? Jede Bank wäre bereit, bei dem Einkommen ein Darlehen in dieser Höhe zu geben.
04:21
P.S. Habe den Eindruck, dass gar keine kompetenten und ehrlichen Typen für die öffentlichen Beteiligungen gesucht werden. Schmierig müssen sie sein - dann passen sie zu den anderen Goldmann, Wilmert, Meys & Co.
03:55
Mit diesem Fall sind die Grünen wohl endlich in der Filz & Korruptionsschmiere angekommen. Cordes ist dafür verantwortlich. Er muss aus der Partei geschmissen werden - Cordes gehört vor Gericht!