Schüler und Studierende machen Druck
16.06.2009 | 08:19 Uhr 2009-06-16T08:19:00+0200
Der bundesweite „Bildungsstreik”, der bis Samstag, 20. Juni, dauert, schlägt auch in Bochum Wellen. Am Montag, 15. Juni, liefen an der Ruhr-Uni Protestaktionen, am Mittwoch, 17. Juni, wird es eine Kundgebung vor dem Rathaus geben.
Mit Demonstrationen, Vorlesungsboykott und Uni-Besetzungen wollen Studenten und Schüler mit ihrem „Bildungsstreik” gegen angebliche Missstände im Bildungssystem kämpfen. Der Protest, der in über 70 Städten organisiert wird, richtet sich vor allem gegen die Studiengebühren, die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master und die verkürzte gymnasiale Oberstufe.
Kritik an der Bologna-Reform
„Wir fordern u.a. Veränderungen bei den Bachelor- und Masterstudiengängen, die mit der vor zehn Jahren verabredeten Bologna-Reform eingeführt worden waren”, so Katharina Teiting vom Hochschulreferat des AStA der Ruhr-Uni. Kritisiert wird, dass diese Studiengänge kaum Zeit für vertiefende Studien ließen.
An der Ruhr-Uni haben sich gestern nach AStA-Angaben bis zu 500 Studis an Aktionen beteiligt. U.a. wurde die Uni-Brücke „blockiert”, Seminaren und Vorlesungen wurden „Protestbesuche” abgestattet.
Gewerkschaften machen mit
„Wir wollen Aufsehen erregen für eine andere Bildungspolitik”, hatten die Sprecher der Studenten-Bündnisse und Schülerorganisationen angekündigt. Die Organisatoren des „Bildungsstreiks" werden u.a. von der Landes-Schülervertretung und den Gewerkschaften Verdi und GEW unterstützt. In einem Sternmarsch werden Gewerkschaftverteter, Schüler und Studierende morgen, 17. Juni, ab 10 Uhr durch Bochum marschieren. Um 12 Uhr findet auf dem Rathausplatz eine Kundgebung statt.

18:09
@#4: Hut ab, Du bist ja schon richtig gut dressiert. Du wirst mal einer der willfährigen Erfüllungsgehilfen die Politik und Wirtschaft händeringend suchen.
Dein Bild von Hauptschülern und Antifa zeigt wes verkümmerten Geistes Kind Du bist.
Das Problem der Politisierung liegt in der Natur der Sache. Es engagieren sich zumeist eben nur linksorientierte Leute, da von reaktionären Spießerkindern ja offenbar nichts zu erwarten ist. Wenn Dich dieser Sachverhalt so stört, dann stell halt selbst was auf die Beine. Dann würde ich allerdings zu etwas politischer Bildung (gibt es auch in den Richtungen mitte oder liberal, da Du ja mit uns linken Nestbeschmutzern nichts zu tun haben willst) raten. Denn sonst machst Du ja das, was Du Deinen Gegner vorwirfst: dumpfe Parolen und Phrasen dreschen und wir wollen ja nicht, dass die Nachbarn über Dich reden.
16:56
Ich bin Schüler einer Schule in Bochum und war heute schockiert, wie dieser Bildungsstreik abgelaufen ist. Eine Schule zur - ich sage mal besten Unterrichtszeit - zu stürmen, grenzt schon an eine Frechheit. Vor allem wenn man sich die Leute anguckt, die da mitgelaufen sind.... das war schon ein Witz. Zu 50 % Hauptschüler, die wahrscheinlich endlich mal ein Gymnasium von innen sehen wollten und dabei mit Edding in der Schule rumkritzeln, ANTIFA-Aufkleber anbrachten, Flyer zerrissen und diese auf den Boden werfen. Nur gut, dass diese Idioten auf ihrem Zug durch die Schule flott aus dem Gebäude geworfen wurden.
Und warum wurde das Ganze eigentlich Bundesweiter Bildungsstreik genannt? Hätte man nicht eher Bundesweite ANTIFA-Kundgebung sagen sollen? Hätte es meiner Meinung nach besser getroffen - bei der Anzahl an schwarz gekleideten jungen Leuten mit ANTIFA-Flaggen in der Hand und Stapeln von ANTIFA-Stickern kann man wohl kaum von einem Bildungsstreik sprechen. Und wenn ihr bessere Bildungseinrichtungen wollt - vom Flyer-Rumwerfen werden die Schulen sicher nicht sauberer. Könnt ja aufräumen kommen, wenn ihr so tolle Leute seid, die Missstände scheinbar investigativ aufdecken wollen.
Meiner Meinung nach eine VÖLLIG fehlgeschlagene Demonstration, die von politisch Motivierten zu ihren Gunsten ausgenutzt werden möchte.
23:09
Erstaunlich: Dieser Artikel von heute gehört wohl zu den drei am meisten gelesenen Artikeln aus Bochum. Dargestellt wird er z.Z. auf den Bochumer Seite (Start > Städte > Bochum) jedoch nicht. Auch auf der Startseite von derwesten.de findet der Bildungsstreik heute nicht statt. Aber schön, dass die WAZ über Internetzensur im Iran berichtet.
Nähere Infos zum Bildungsstreik in Bochum:
http://protestkomitee.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=66&Itemid=96
15:56
Im Artikel:
Mit Demonstrationen, Vorlesungsboykott und Uni-Besetzungen wollen Studenten und Schüler mit ihrem „Bildungsstreik” gegen angebliche Missstände im Bildungssystem kämpfen. Der Protest, der in über 70 Städten organisiert wird, richtet sich vor allem gegen die Studiengebühren, die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master und die verkürzte gymnasiale Oberstufe.
Kritik an der Bologna-Reform
„Wir fordern u.a. Veränderungen bei den Bachelor- und Masterstudiengängen, die mit der vor zehn Jahren verabredeten Bologna-Reform eingeführt worden waren”, so Katharina Teiting vom Hochschulreferat des AStA der Ruhr-Uni. Kritisiert wird, dass diese Studiengänge kaum Zeit für vertiefende Studien ließen.
Angebliche Missstände.....
1. Die Verkürzung auf G8 statt G9, seit Jahren ohne die dafür notwendige Anpassung der curricula, also mit dem Stoff von 9 Jahren in 8 Jahren, gleich ob da unnützer Ballast mitvermittelt wird, ist ein Armutszeugnis, nicht nur aber auch für NRW und zwar gleich ob SPD oder CDU regiert (Schäfer oder Sommer). Man könnte auch mal mit den Sachsen abgleichen, die seit jeher vor und nach der Wende G8 und also das Abitur nach der 12.Klasse hatten.
2. Bachelor und Master im Bolognaprozess sind Klassiker des angefahrenen Zuges, den trotz Fahrt auf das Abstellgleis, keiner anhalten will. Erst recht gilt das für die Frage, ob man nicht für ein neues System auch ein neues Schienenbett bauen müsste. Praxis einbeziehendes Studieren ist sicher gut; die Aufgabe des freien wissenschaftlichen Ansatzes zugunsten einer starr fakultätsbezogenen Verschulung ist es nicht, auch international. Innovation bekommt man nicht durch Vermittlung von reinem Anwendungswissen, allenfalls Reproduktion. Das ist international nicht konkurrenzfähig, erst recht für Gesellschaften, die vom Export von Innovationen leben.
3. Studiengebühren die zum Teil schon am Kapitalmarkt eingesetzt werden um etwaige Rückzahlungen leisten zu können sprechen eine eigene Sprache. Sozial sind sie zudem nur dann, wenn die dafür notwendigen Kredite als Landeskredite (nicht Bankbereicherungskredite) und für die Rückzahlung gekoppelt an eine Anstellung im Anschluss an die Ausbildung gewährt werden. Nur so ist die Verbesserung der Einkommenssituation (aktuell aber nicht lebenszeitbezogen) als Mehrwert ein tauglicher Grund für Studiengebühren, die allerdings im Übrigen ausschließlich der Verbesserung der Lehre zugute zu kommen haben. Baulasten sind Sache des Kultusträgers, für Hochschulen des Landes eben des Landes, für Schulen des jeweiligen Schuilträgers. Wissenschaftliche Forschung der Hochschule dient deren Reputation und ist mit der Stellenausstattung des jeweiligen Landes abgegolten. Bleibt der Schlüssel für die Lehre (Verhältnis Lehrende / Studenten) und die Notwenidgkeit die Wirksamkeit der hierfür eingesetzten Mittel zu kontrollieren.
00:56
hier ist ein guter text zur kritik am bildungssystem http://asjdu.blogsport.de/2009/03/22/bildung-trotz-schule-fuer-ein-ganz-anderes-bildungssystem/
in duisburg treffen wir uns am mittwoch um 9uhr am hbf.
am donnerstag gibt es eine veranstaltung zum thema schule im schweinesystem im T5 (mehr infos hier: www.asjdu.blogsport.de )