Schüler-Demo für Bildungsqualität

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Nur ein Häuflein von Protestlern folgte am Mittwoch einem Aufruf des „Vernetzungskreises aktiver Schülerinnen und Schüler“. Sie demonstrierten gegen die Sparpolitik der Stadt. Dafür wählte die Gruppe als Zeitpunkt den Termin der gestrigen Hauptausschusssitzung, obwohl die Politik an diesem Tag gar keine konkreten Einsparungen an den Schulen auf der Tagesordnung hatte.

Der 17-jährige Patrick Stahl macht in diesem Jahr sein Abitur an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Gerthe. „Ich sehe, dass für viele Dinge an unseren Schulen einfach kein Geld da ist“, sagt der Gymnasiast. So sei etwa am Schulzentrum in Gerthe seit dem Pfingstunwetter der Fußballplatz nicht zu nutzen, zudem sei die Schulmensa oft überfüllt. Die Schüler wurmt auch, dass die Bogestra Einschränkungen im Schulbus-Verkehr veranlasst hat. Ein weiterer Grund für den Protest der Schüler, die bereits im vergangenen Jahr gemeinsam auf die Straße gingen, sei, dass durch das G-8-System der Unterricht stark leide. „Bulimie-Lernen“ nennen das die Schüler: Alles werde nur noch hineingestopft und müsse dann passgenau ausgespuckt werden. Mit nachhaltiger Wissensvermittlung habe das nichts zu tun.

Gedeckelter Personaletat

Während draußen die Schüler protestierten, hatte sich die Politik drinnen zu einer anderen, letztlich jedoch auch junge Leute betreffenden Sparmaßnahme zu äußern und diese auf den Weg zu bringen. In diesem Jahr will die Stadt lediglich 44 neue Auszubildende in 14 unterschiedlichen Lehrberufen einstellen. Der ursprüngliche Plan hatte noch 70 neue Auszubildende vorgesehen. Die Verwaltung verwies in ihrer Begründung darauf, dass das Budget für den Personalaufwand für Auszubildende von 2,5 Millionen Euro um 171 000 Euro reduziert worden sei.

Auch sei bei der Stadtverwaltung in früheren Jahren vielfach über den eigentlichen Bedarf hinaus ausgebildet worden, dies funktioniere halt so jetzt nicht mehr. Der Vorlage wurde schließlich mit Mehrheit zugestimmt. Doch fragten Linke und AfD nachdrücklich nach den Konsequenzen dieser Entscheidung, ob nämlich bei weniger Auszubildenden öffentliche Leistungen künftig wegfallen würden. Hier wurde die Verwaltung aufgefordert, weitere Informationen nachzureichen.

Das Haushaltssicherungskonzept deckelt den Personaletat der Stadt für 2015 auf 247,3 Millionen Euro. Nach Budgetgesprächen mit den Fachämtern sei es zu der jetzt beantragten und beschlossenen reduzierten Einstellung von Auszubildenden gekommen.