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Schroeder: "Wir gehen auf Risiko"

12.09.2008 | 20:15 Uhr

Trotz eines schwebenden Insolvenzverfahrens wird ab November in der Comödie wieder Theater gespielt.Bis Mai '09 sei der Spielbetrieb gesichert, so Jochen Schroeder - auch, um die Abonnenten nicht zu verprellen

Erstaunlich, aber wahr: Jochen Schroeder hat das Licht in der Comödie wieder angeknipst. Foto: WAZ, Ingo Otto

"Totgesagte leben länger":

Unter dieses Motto, das locker auch der Titel eines der vielen Boulevardstücke am Ostring sein könnte, stellt Jochen Schroeder das wohl überraschendste Comeback des Jahres. Ende Juli musste er nach 14 Jahren die Comödie mittels Insolvenzantrag schließen, und jetzt geht ab 6. November am Ostring der Lappen doch wieder hoch. Zumindest bis Mitte Mai '09 sei der Spielbetrieb gesichert, so Schroeder.

Vor allem habe es ihm "schlaflose Nächte" bereitet, bereits eine ganze Reihe von Abos an gutgläubige Theatergänger verkauft zu haben. "Von den 300 Abonnenten hatten zwei Drittel ihre Gut-scheine längst bestellt", sagt Schroeder, "da kauft man ja die Katze im Sack." Oft sei er auf der Straße drauf angesprochen worden, wie traurig es doch sei, "dass mit dem Ende der Comödie ein Stück Bochum verloren gegangen ist", erzählt Schroeder - und kann seine Tränen nicht mehr unterdrücken.

Die (zumindest vorläufige) Rettung sei am Donnerstagabend seitens der Stadt gekommen: Nach Gesprächen mit Kulturdezernent Michael Townsend und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Fleskes, die am Erhalt der Comödie interessiert seien, habe sich Schroeder dazu entschlossen, "es noch einmal zu wagen." Ein großer Teil der ehemaligen Mitarbeiter sowie die Schauspieler seien dabei. "Wir gehen da auf Risiko", sagt er. Denn auch Insolvenzverwalter Uwe Hüggenberg sehe im Grunde keine Chance für einen Neubeginn, "und er hat Recht. Bei diesem desolaten Zustand des Hauses ist das unternehmerische Blödheit." Doch sein Herz hänge dermaßen dran, dass er sicher ist, "die Sache zumindest für eine Spielzeit wuppen zu können." Vom Insolvenzverwalter habe er dafür eine Art "Persil-Schein" bekommen, da er als Produzent von drei der fünf neuen Inszenierungen längst aktiv sei. "Die waren für den Tourneebetrieb gedacht und sind nun halt auch in Bochum zu sehen." Die anderen beiden Aufführungen sind Gastspiele.

Kulturdezernent Michael Townsend sieht die Sache verhalten optimistisch. "Es gibt keinerlei konkrete Zusage seitens der Stadt", betont er. "Aber Schroeder ist eine Bochumer Persönlichkeit. Da versuchen wir zu helfen, wo es eben geht." Zumindest den Winter über könne er die Räume nutzen, "damit das Theater weiter existiert."

Von Sven Westernströer

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Kommentare
07.10.2008
01:20
Schroeder: Wir gehen auf Risiko
von PUTZFEE | #6

Ich habe recht lange für J.Schroeder gearbeitet.Mußte mein Geld auch per Arbeitsgericht einklagen.
Aber ich glaube J.Schroeder hat sich auch die falschen Partner an die Seite geholt,die werden jetzt auch garnicht ins Gespräch gebracht.ROLF BERG.....
Patricia FREY..????? Die haben nie wirklich zu ihm gestanden.Die haben den Untergang mit zu Verantworten!!!!!!

13.09.2008
08:29
Schroeder: Wir gehen auf Risiko
von Fredda | #5

@dogems:

Wenn man keine Ahnung hat....

Insider wissen nun einmal mehr.

13.09.2008
01:27
Blockierter Kommentar.
von miriamlessmann | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.09.2008
22:42
Schroeder: Wir gehen auf Risiko
von Fredda | #3

Ich kann Hedda nur zustimmen! Reden Sie mal mit ehemaligen Angestellten, die monatelang auf Gehalt und Gage bitten und betteln mußten. Egal ob Bochum, Wuppertal oder Duisburg. 400 Euro-Kräfte die hrem Geld hinterherlaufen mußten. Für die ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn man hört, das der Chef erst Insolvens beantragt und dann von Seiten der Stadt noch eine Chance bekommt.
Ein Skandal! Mehr schreib ich lieber nicht, sonst werde ich ausfallen!

Ein ehemaliger Mitarbeiter, der noch rechtzeitig sein Gehalt ´über einen Rechtsanwalt eingefordert und auch noch bekommen hat!

12.09.2008
22:14
Schroeder: Wir gehen auf Risiko
von tginbo | #2

Etwas Sie vielleicht #Hedda, oder welche Ambitionen haben Sie??
Ihr Kommentar hört sich eher an wie die Rache einer verlassenen Geliebten, um es einmal theatralisch auszudrücken!!
Sie können sich nicht vorstellen, dass man einem Kind, welches man auf die Welt gebracht hat, ein paar Tränen nach weint??? Glauben sie nicht, dass es schlaflose Nächte gegeben hat! Ich musste so ein Baby auch mal in die Insolvenz geben. Glücklicher Weise ohne Mitarbeiter! Herr SChröder müßte schon von ganz übelster Sorte sein, um dies gleichgültig zu verkraften.
Übrigens, wenn keiner mehr hingeht, erschwehrt dies auch die Situation eines neuen Inhabers!!!

12.09.2008
21:28
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #1

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