Schmerzende Hüfte, brennende Leiste
22.02.2008 | 20:23 Uhr 2008-02-22T20:23:02+0100Rund 400 Besucher erfuhren hautnah, was die Ärzte tun, um verschlissene Gelenke durch Plantate zu ersetzen
WAZ-NACHTFORUM MEDIZIN IM KNAPPSCHAFTSKRANKENHAUSHunderttausende Menschen sind betroffen: Die Chose mit der Arthrose - Wenn die Gelenke krachen Experten informierten über den Einsatz künstlicher Gelenke in Knie und Hüfte.
Nach der Operation muss die Muskulatur aufgebaut werden, damit die Patienten neue Lebensqualität gewinnen.Die "Chose mit der Arthrose": Wenn Dauerschmerz die Hüfte plagt, wenn es in der Leiste brennt und wenn Medikamente nicht ausreichen, um den Schmerz zu stillen, dann ist es höchste Zeit, über eine Operation nachzudenken - etwa über den Einbau eines neuen Hüftgelenks. Denn mit Prothesen lässt sich besser leben. Neue Lebensqualität gewinnen durch Plantate in Hüftgelenken oder im Knie - das war eine zentrale Botschaft der Experten beim WAZ-Nachtforum Medizin im Knappschaftskrankenhaus.
In der mit über 400 Besuchern überfüllten Cafeteria der Universitätsklinik begrüßte WAZ-Redaktionsleiter Werner Conrad als Moderator ein sehr aufmerksames Publikum, das die Beiträge der Knappschafts-Mediziner mit spontanem Beifall quittierte.
Den Anfang machte Dr. Michael Luka, leitender Oberarzt der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie. Sein Thema: "Herr Doktor, ich will noch kein neues Gelenk! Was ist vor der Operation möglich?" - "Es gibt viele Möglichkeiten, die Arthrose zu verlangsamen," sagte Luka. Etwa durch Bewegung. Aber durch die richtige Bewegung. Er riet von Tennis und Fußball ab und empfahl Gymnastik, Schwimmen, Radfahren. Auch Jogging? - "Ja, aber keinen Leistungssport draus machen." "Und Nordic Walking?" - "Keine Bedenken. Für Senioren absolut richtig."
Wie sich Arthrose durch Knorpelverschleiß in den Gelenken darstellt, könne man gut auf Röntgenbildern erkennen, sagte Luka. In bis zu 98 Prozent der Fälle reiche diese Methode für eine exakte Diagnose aus. Luka deutlich: Wenn Dauerschmerz den Patienten plage, müsse man über eine OP nachdenken.
Nicht wenige entschließen sich für den operativen Eingriff - und damit für eine Prothese. "Über 140 000 Knieprothesen und 200 000 Hüftprothesen jährlich in Deutschland", nannte Moderator Werner Conrad aktuelle Zahlen.
Über das Arthrose-Leiden der Patienten sprach Prof. Dr. Rüdiger Smektala, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie: Erst komme man immmer schlechter aus Bett, Sofa und Sessel heraus, später stelle sich die Frage: "Kann ich noch einkaufen gehen?" Was im verschlissenen Gelenk passiert war, zeigte Smektala in Bildern: "So sieht ein abgelaufener Gelenkkopf aus. Man sieht: Wir laufen auf den Knochen. Das tut weh."
Abhilfe tut not. Zementierte und zementfreie Plantate aus Titan und Kunststoff werden verwendet, halten "aber nicht für die Ewigkeit".

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