Schlagerreise in die NS-Zeit
12.11.2009 | 17:41 Uhr 2009-11-12T17:41:00+0100
Nach seinen Schlagerreisen durch die 50er, 60er und 70er Jahre nimmt Jürgen Boebers-Süßmann, Experte für populäre Musik, seine Gäste am Freitag, 20. November, im Kulturrat Gerthe mit zurück in die Zeit des Nationalsozialismus.
Der kleine grüne Kaktus stand auf der Fensterbank, der Wind hat der schmachtenden Geliebten ein Lied erzählt, auf der Reeperbahn nachts um halb eins ging's bannig rund, und immer stand da die Laterne vor dem großen Tor, und unter ihr die treue Lili Marleen.
Zu Ohrwürmern geworden
Fast jede/r Erwachsene (und überraschend viele Jüngere) kennen diese Schlager-Titel der 1930er und 1940er Jahre. Sie sind mit der Zeit zu Ohrwürmern geworden, die auch 60 und 70 Jahre nach ihrer Entstehung noch gerne gehört werden. Doch ist der Genuss der alten Schätzchen stets auch ein bisschen getrübt, denn entstanden sind (und begleitet haben) diese Gassenhauer Deutschlands dunkelste Epoche, die NS-Zeit.
Befremdlich-betörende Welt
Im Kulturrat Gerthe, Lothringer Straße 36, lebt zum Abschluss der dort zum 10. Mal veranstalteten „Anne-Frank-Kulturwochen” diese so befremdliche wie betörende musikalische Welt von gestern nun noch einmal auf. Nach seinen gefeierten Schlagerreisen durch die 50er, 60er und 70er Jahre nimmt WAZ-Redakteur Jürgen Boebers-Süßmann seine Gäste am kommenden Freitag, 20. November, mit zurück in die Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 (Beginn 20 Uhr).
Nostalgische Zeitreise
„Heimat deine Sterne” hat der Experte für populäres Liedgut seine mit vielen Musikbeispielen gespickte Zeitreise betitelt. Auf ihr gibt's nicht nur ein nostalgisches Wiederhören mit den Comedian Harmonists, Heinz Rühmann, Lale Andersen, Zarah Leander und vielen anderen Stars, sondern auch einen Rückblick auf das politische, soziale und kulturelle Zeitkolorit der Nazi-Jahre – von der Ausgrenzung der Juden über die Kriegs-Propaganda bis zu den Bombennächten im Bunker. Der Schlager sang zu alledem sein Lied. Diente er der Ablenkung? War er „Beruhigungsmittel”? Oder doch nur Propaganda?
Auf Fragen wie diese gibt es kein klares Ja oder Nein, sondern immer nur ein Sowohl als auch. – Jürgen Boebers-Süßmann bietet einmal mehr ein Lernerlebnis von besonderer Qualität, UFA-Tonfilm inbegriffen.

11:52
Tja, was einige nicht wissen, ist das der Film Auf der Reperbahn nachts um halb eins aus dem Jahr 1954, allerdings wurde der Liedtext von Ralph Arthur Roberts schon Anfangs der 20er Jahren komponiert. Also noch vor der eigentlichen NS Zeit.
@ 1 Lili Marlen war erst ab 1942 verboten.
Aber um gute Recherche gehts bei der Veranstaltung sowieso nicht.
10:38
1) Der kleine grüne Kaktus hat ja nun gar nichts mit den Nazis zu tun. Das Lied wurde erst nach dem Auftrittsverbot der Comedian Harmonists veröffentlicht. Insofern ein schlechtes Beispiel, und damit ausgerechnet den Artikel zu beginnen..
2) Auf der Reeperbahn nachts um halb eins ist von 1954.
3) Lili Marleen war in der Nazizeit verboten.
Bitte etwas Mühe geben bei der Recherche!
Grüße
Andreas