Schillernde Reise zurück zum „Sozialisten-Chic“

Das Kino Endstation im Bahnhof Langendreer und die kleine Bar Goldkante (Alte Hattinger Straße 22) setzen ihren popkulturellen Austausch fort. Unter dem Titel „Cinema Couture“ sind mehrere Dokumentarfilme zum Thema Mode zu sehen. Den Anfang macht am Donnerstag, 9. April, 20 Uhr, in der Goldkante die Doku „Ein Traum in Erdbeerfolie – Comrade Couture“.

Der Film ist eine Reise zurück in die Welt der Mode in Ost-Berlin: eine Art Phantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags. Hier durften die Künstler aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein.

Regisseur Marco Wilms besucht die Helden seiner Jugend und erkundet mit ihnen ihr schillerndes Parallelwelt-Leben. Im Mai und Juni folgen weitere Mode-Filme.

Einem weitaus ernsteren Thema widmet sich das Kino Endstation am Freitag und Samstag, 10. und 11. April, jeweils 17 Uhr. Dann ist am Wallbaumweg erneut Gerd Schneiders Film „Verfehlung“ zu sehen. Im Sommer des Jahres 2010 geriet die katholische Kirche in Deutschland durch die Aufdeckung von Missbrauchsfällen in eine schwere Krise. Regisseur Schneider stellt in seinem Spielfilm Fragen, die viele beschäftigen: Wie konnte die Kirche diese Verbrechen systematisch vertuschen und verschweigen, offenbar über Jahrzehnte hinweg? Schneiders Regiedebüt ist eine Geschichte über Freundschaft, Glauben und Verrat. Der Filmemacher selbst studierte katholische Theologie und kennt als Priesteramtskandidat die besonderen Strukturen der Kirche genau.