Sattel-Diebe gingen auf Reiterhof in Bochum wie Profis vor

Christina Kost mit einem Reitsattel, der nicht gestohlen wurde. Meist haben die Täter schwarze Exemplare erbeutet.
Christina Kost mit einem Reitsattel, der nicht gestohlen wurde. Meist haben die Täter schwarze Exemplare erbeutet.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Die Diebe, die auf dem Reiterhof „Gut Havkenscheid“ mehr als 30 Sättel erbeutet haben, sind wie die Profis vorgegangen.

Bochum.. Die Täter müssen den Reiterhof „Gut Havkenscheid“ in Laer vorher ausbaldowert haben, sonst hätten sie nicht so zielgerichtet vorgehen können. Mehr als 30 hochwertige Sättel haben sie in der Nacht zum vergangenen Freitag aus zwei Sattelkammern gestohlen. Der Beutewert liegt bei vielen zehntausend Euro. Schließlich kostet ein vernünftiger neuer Sattel mindestens 2000 Euro. Und fast alle gestohlenen Exemplare waren neuwertig. Teilweise sind sie speziell für ein bestimmtes Pferd maßgeschneidert gewesen.

Christina Kost, die Leiterin dieses großen privaten Reitstalls mit 57 Pferden, entdeckte den Einbruch am frühen Freitagmorgen. Die Täter hatten gleich zwei Ställe aufgebrochen. Mit brachialer Gewalt stemmten sie große Schiebetore aus Holz auf, knackten dann im Licht der Notbeleuchtung eine Stahltür und brachen schließlich viele Spinde auf, in denen wertvolle Sättel samt Zubehör deponiert waren. „Das hat bestimmt lange gedauert, die Tür zum Stall aufzubekommen“, sagt Christina Kost. Schließlich war die Verriegelung massiv.

„Dieses Jahr ist es sehr massiv in Deutschland“

Fast ausnahmslos holten sich die Täter die Sättel von Privatleuten, die ihr Pferd dort untergestellt haben. Mitgenommen haben die Einbrecher aber auch den Sattel von Christina Kost selbst. Abtransportiert haben die Unbekannten auch Steigbügel und Steigbügelriemen; diese kosten allein schon eine dreistellige Summe. Liegen gelassen haben sie allerdings Decken, Kissen und Gurte. Wahrscheinlich, weil dies zu viel Ballast gewesen wäre, wie Christina Kost vermutet.

Lokales Sie glaubt, dass die Täter vorher den Einbruch genau geplant haben. „Dafür war es zu strukturiert.“ Weggeschafft haben die Täter die Sättel zunächst mit Schubkarren, die sie vor Ort fanden. Die Polizei geht davon aus, dass der weitere Abtransport mit einem Kleintransporter oder Lkw vonstatten ging. Bereits am Tag vor dem Einbruch, berichtet die Reiterhof-Leiterin, seien auf dem Hof zwei Männer aufgefallen. Auf die Frage, was sie wollten, hätten sie gesagt, sie suchten ein Hotel. Dann seien sie verschwunden.

Reiterhof in Laer besonders gesichert

Der Sattel-Diebstahl ist kein Einzelfall. Auch in anderen Städten gingen unbekannte Täter zuletzt ähnlich vor. „Dieses Jahr ist es sehr massiv in Deutschland“, sagt Christina Kost. Möglicherweise sind überregional tätige Banden am Werk. Auf welchem Markt sie ihre Beute später versilbern, ist unbekannt.

Der Reiterhof in Laer wird jetzt ganz besonders gesichert werden. Außerdem halten die Pferdehalter jetzt wohl noch mehr als bisher die Augen auf. „Unsere Einsteller sind sensibilisiert, fremde Personen auf dem Gelände anzusprechen und darauf aufmerksam zu machen, dass das eine private Reitanlage ist“, sagt Christina Kost.

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