Russische Weisen, perfekt dargeboten

Der Kulturrat in Gerthe hat sich seit vielen Jahren als Aufführungsort für tradierte Musik der Sinti und Roma etabliert und sogar spezialisiert. Was dort jetzt Zariza Gitarra auf die Bühne brachte, war weder Gypsy Swing noch Flamenco. „Wir machen russische Zigeunermusik. Typischerweise wird dabei der Gesang von Geigen und Gitarren begleitet“, erklärte Sängerin Valeriya Shishkova.

So sang sie die zumeist melancholischen Weisen gemeinsam mit dem Gitarristen Viktor Krysjuk, darunter das russische Lied „Entlang der langen Straße“, dessen Melodie bekannt ist unter „Those were the days“. Wie viele Weisen, beginnt diese langsam und lamentierend, wird immer schneller und schlägt plötzlich um in einen Ausdruck purer Lebensfreude, begleitet von schnellen Rhythmusgitarren. Sängerin Shishkova schilderte die Handlungen der russischen Lieder, wie jene der „städtischen Romanze“, dessen tragisches Ende mit dem gesungenem „Dai da da“ kommentiert wurde.

Geiger Sascha Skripka brachte das Publikum mit den virtuosen Zigeunerweisen von Sarasate zum Schwärmen. In Liedern wie „Schwarze Augen“ praktizierte er die typische Geigen-Improvisation entlang der Melodie.