Runde Tische bieten Perspektiven

Die nötige Weiterentwicklung des Prostitutionsgesetztes von 2002 stellen auch die Vertreter der Prostitutionsbranche nicht grundsätzlich in Frage. So verabschiedete der „Runde Tisch Prostitution Nordrhein-Westfalen“ im Oktober 2014 einen Abschlussbericht. Das Gremium aus Fachleuten und Sexarbeitern selbst war bemüht neue politische Konzepte für die Sexarbeit zu entwickeln. Und auch in Bochum wurde 2009 im Rahmen eines Runden Tischs Prostitution diskutiert, um die kommunale Situation zu analysieren und zu verbessern.

Doch die kommunalen und landespolitischen Ergebnisse würden, nach Meinung der Bochumer Fachberatungsstelle Madonna, bei dem Entwurf des Prostituiertenschutzgesetzes der Bundesregierung nicht ausreichend berücksichtigt. „Wirklich die Eigenverantwortung stärkende Maßnahmen wie das von uns mehrfach geforderte flächendeckende Angebot an Beratungsstellen und insbesondere an berufsständischen Angeboten (u.a. Förderung der Selbstvertretung, Interessensvertretung, Fortbildungen) werden nicht angestrebt“, so das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexberaterinnen und Sexarbeiter (bufaS) in einer aktuellen Stellungnahme zum Gesetzesentwurf.