Ruhrverband sieht sich auf Schneeschmelze gut vorbereitet

Die Hochwasserlage an der Ruhr (Kemnade) im Bereich Stiepel: Noch sind nur tiefgelegene Bereiche überflutet.
Die Hochwasserlage an der Ruhr (Kemnade) im Bereich Stiepel: Noch sind nur tiefgelegene Bereiche überflutet.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Noch ist die Lage im Ruhrtal entspannt. Obwohl der Fluss deutlich mehr Wasser führt als im Durchschnitt, gebe es derzeit keinen Grund zur Besorgnis.

Bochum.. Obwohl der Wasserstand der Ruhr derzeit höher als der normale Durchschnitt ist, besteht die Gefahr für eine Überschwemmung nicht. So lag der Wasserstand gestern im Raum Hattingen beispielsweise bei 2,79 Meter statt den durchschnittlichen 1,99 Metern. Von einem mittleren Hochwasser ist allerdings erst ab 5,21 Metern die Rede.

Auch der Durchfluss sei, so der Pressesprecher des Ruhrverbandes Markus Rüdel, nur etwas erhöht: „Durchschnittlich fließen 70 Kubikmeter in der Sekunde, derzeit sind es rund 100 Kubikmeter. Aber erst bei einem Durchfluss von 570 Kubikmetern wäre von einem mittleren Hochwasser die Rede.“

Noch besteht keine Gefahr

Am Samstagvormittag erreichte die Durchflussmenge einen vorläufigen Höhepunkt. Am Pegel Hattingen wurden 122 Kubikmeter Wasser in der Sekunde registriert. Seitdem geht die Wassermenge wieder kontinuierlich zurück.

Die leicht erhöhten Werte davor sind auf das regnerische Wetter der vergangenen Tage zurückzuführen. Eine Gefahr stellen sie aber noch lange nicht dar. In den nächsten Tagen sind die Aussichten eher unkritisch. Erst bei der nächsten Schneeschmelze könnten sich die Werte zum Negativen hin ändern. Doch selbst dann würde die Ruhr nur an wenigen Stellen über die Ufer treten. „Da passiert nichts Großartiges“, so Rüdel. Auf eine Schneeschmelze sei die Ruhr eingestellt.

Arbeit am Risikomanagement

Am Sonntagmittag ließen es sich die Spaziergänger im Bereich der früheren Badeanstalt Dahlhausen nicht nehmen, das herrliche Wetter auch direkt am Fluss zu genießen. Familien waren warm eingemummelt unterwegs, um die Schwäne zu füttern.

Um jedoch auch bei extremen Hochwasserereignissen, wie es sie im Bereich der Ruhr etwa 1984 oder zuletzt 2007 gegeben hat, besser reagieren zu können, arbeitet das Land derzeit eine Hochwasser-
Risikomanagement-Richtlinie aus. Bis Dezember 2015 sollen entsprechende konkrete Pläne für die einzelnen Flüsse und deren Einzugsbereiche vorliegen. Mit einem solchen Bündel von Plänen will das Land besser über bestehende Gefahren informieren und die dann zu treffenden Maßnahmen abstimmen. Ziel sei es, hochwasserbedingte Risiken für Menschen und Umwelt zu verringern.