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Spam-Mails

Ruhr-Uni erforscht das lukrative Geschäft mit Spam-Mails

18.12.2012 | 18:23 Uhr
Ruhr-Uni erforscht das lukrative Geschäft mit Spam-Mails
Nur durchschnittlich 0,000081 Prozent aller Empfänger von Spams kaufen die angebotenen Waren.Foto: Christoph Rosenthal

Bochum.  Zwischen 80 und 90 Prozent des gesamten Mail-Verkehrs sind Spam. Prof. Dr. Thorsten Holz, Inhaber des Lehrstuhls für Systemsicherheit von der RUB, erforscht das Geschäft mit der ungewünschten und teils gefährlichen elektronischen Post. In seiner Studie fand er heraus, dass die meist illegal verbreitete Werbung sehr lukrativ ist.

Viagra, Rolex oder Pornografie-Angebote: „Zwischen 80 und 90 Prozent des gesamten Mail-Verkehrs sind Spam.“ Prof. Dr. Thorsten Holz (31) von der RUB erforscht das Geschäft mit der ungewünschten und teils gefährlichen elektronischen Post.

In seiner Studie fand der Inhaber des Lehrstuhls für Systemsicherheit heraus, dass die meist illegal verbreitete Werbung extrem lukrativ ist – obwohl im Schnitt höchstens 0,000081 Prozent aller Empfänger tatsächlich die angebotenen Waren kaufen.

„Ein Großteil von rund 80 Prozent aller Spam-Nachrichten wird von so genannten Botnetzen verschickt“, erklärt Prof. Holz. Dabei handle es sich meist um Computer ahnungsloser Nutzer, die ein Angreifer mit Schadsoftware in seine Gewalt gebracht hat. „Der Angreifer kann die Maschinen auf diese Art quasi fernsteuern.“ Ein Server sendet den einzelnen Computern die Befehle. Meist ohne dass der Besitzer es merkt, verschickt seine infizierte Maschine im Hintergrund die Spam-Nachrichten, die der Server vorgibt.

Prof. Dr. Thorsten HolzFoto: Stefan Arend

In einer Studie untersuchte Prof. Thorsten Holz zusammen mit Kollegen eines der fünf größten Botnetze, das aus über 30 Kontrollservern bestand. Die Forscher bekamen Zugriff auf 16 dieser Server und untersuchten die Anzahl der von ihnen „ferngesteuerten“ Computer.

87 Milliarden Spam-Mails pro Monat

„Je Server waren pro Tag zwischen 90.000 und 120.000 Maschinen aktiv.“ In einem Monat konnten damit rund 87 Milliarden Spam-Mails verschickt werden. „Allerdings kommen davon nur 30 Prozent an dem Mailserver des Ziels an“, weiß Prof. Thorsten Holz. Oft sei die E-Mail-Adresse ungültig, weil wahllos Konstellationen aus Vor- und Nachnamen ausprobiert würden. Von den etwa 25 Milliarden Mails, die tatsächlich ankommen, landen zudem viele in den Spam-Filtern der E-Mail-Programme.

„In einer anderen Studie fanden Kollegen heraus, dass am Ende nur 0,000081 Prozent aller Empfänger tatsächlich die angebotenen Waren in den Online-Shops kaufen“, sagt Holz. „Im Durchschnitt geben sie dabei rund 100 Dollar aus.“ Trotzdem rentiert sich das Geschäft. Denn das Verschicken der Spams sei extrem billig: „Die Besitzer der Online-Shops mieten dafür das Botnetz des Angreifers. Hundert Millionen Spams kostet dabei um die 350 Dollar.“ Wenn man davon ausgehe, dass bei diesem Vorgang rund acht Nutzer zu je 100 Euro einen Einkauf tätigen, ergibt sich ein Gewinn von über 800 Dollar. Die Wahrscheinlichkeit steigt, je größer die Anzahl der verschickten Spams ist. „Das ist ein durchaus lukratives Geschäft.“

So kann man sich schützen

Ob der eigene Computer infiziert wurde und Teil eines Botnetzes ist, bemerken die Besitzer erst wenn es zu spät ist. „Wenn Spams verschickt werden, nimmt meistens der Internet-Provider anhand der IP-Adresse mit dem Computerbesitzer Kontakt auf und macht ihn darauf aufmerksam“, sagt Prof. Dr. Thorsten Holz. Die infizierten Computer des Botnetzes können aber auch zu weiteren kriminellen Zwecken eingesetzt werden. Beispielsweise könnten sie Webseiten lahmlegen oder die privaten Passwörter ihrer Besitzer weitergeben.

Um seine internetfähigen Geräte vor Angreifern zu schützen, empfiehlt der Informatiker daher, möglichst alle Sicherheits-Updates zu installieren, die das Betriebssystem vorschlägt. „Wer ein Smartphone besitzt, sollte seine Apps grundsätzlich nur in den offiziellen Stores kaufen. Dort wird darauf geachtet, dass die Programme keine Trojaner enthalten.“

Wer trotz aller Vorsicht fürchtet, Opfer eines Angriffs geworden zu sein, findet im Internet Hilfe. Unter www.botfrei.de gibt es weitere Informationen zu Botnetzen und kostenlose Säuberungssoftware.

Anna Ernst



Kommentare
20.12.2012
21:24
Ruhr-Uni erforscht das lukrative Geschäft mit Spam-Mails
von Lirpa | #4

Eine üble Milchmädcherechnung des Professors.Typischer Holzweg.Das Durcheinander zwischen Dollar und Euro soll wohl den Mangel an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen verschleiern.

1 Antwort
Ruhr-Uni erforscht das lukrative Geschäft mit Spam-Mails
von doddl2 | #4-1

Oh, sind "Professoren" etwa Dein Feindbild? Nur zur Info: die haben nicht alle etwas mit BWL am Hut - Profs für Systemsicherheit insbesondere nicht. Aber hauptsache mal wieder rumgebölkt, oder?

20.12.2012
09:20
Ob der Prof. genauso sein Gehalt verhandelt hat ...?
von feinripptraeger | #3

Wenn 8 User zu je 100,-€ einkaufen, ergibt das 800,-€ "Umsatz" !
Davon zieht man die 350,-€ Werbungskosten ab.
Bleiben ihm also noch 450,- € für Wareneinsatz/Versand/Verpackung/Lagerhaltung/Lohnkosten/Finanzierung etc.
Der Gewinn wird also weit unter den zitierten 800,-€ liegen !

Motto: "Herr Professor, wir wollen Ihr Gehalt um ein Drittel erhöhen." - "Nein, das ist mir zu wenig, ich will ein Viertel mehr!"

Im Übrigen ist es nicht ersichtlich, warum die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn die Anzahl der Spammails steigt. Die Anzahl der Käufer mag, absolut, steigen - den relativen Anteil der Käufer hat die Studie ja offensichtlich klar belegt mit eben jenen 0,000081%. Also bleibt der Aufwand je verkauftem Gut gleich.
Übrigens sollte man sich mal überlegen, welches Ausbreitungsgebiet 100 Mio. Anschriften bedeutet.
Ich weiss nicht, wer von den geneigten Lesern bereits per Vorkasse Ware in der Ukraine bestellt hat - außer Ehefrauen vielleicht ... ;-)

19.12.2012
23:43
Ruhr-Uni erforscht das lukrative Geschäft mit Spam-Mails
von doddl2 | #2

Möchte der Artikel jetzt auf die Sinnhaftigkeit von Spam-Mails abstellen oder geht es um die Gefahr, dass der eigene Rechner Teil eines Botnetzes ist? Irgendwie erschließt sich diese inhaltliche Abbiegung im letzten Teil dem durchaus geneigten Leser nicht.

18.12.2012
21:40
Das lukrative Geschäft mit Spam-Mails
von cevers | #1

Mit 31 Professor. Respekt

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