"Ruhr 2010" - die ersten Wellen
21.04.2008 | 20:55 Uhr 2008-04-21T20:55:02+0200Im Kulturausschuss wird am Donnerstag das Bochumer Konzept zur Kulturhauptstadt erläutert Im Thürmer-Saal berichten Fritz Pleitgen und Michael Townsend am Sonntag von regionalen und lokalen Plänen
In dieser Woche erreicht die Diskussion um das Programm Kulturhauptstadt 2010 in Bochum einen ersten Höhepunkt. Eine erfreuliche Entwicklung, nachdem durch den Wechsel im Amt des Kulturdezernenten in dieser Hinsicht zeitweise eine gewisse Flaute geherrscht zu haben schien. Doch nun scheint sich Küppers-Nachfolger Michael Townsend in Sachen "Ruhr 2010" so sattelfest zu fühlen, dass mit Gesprächen über die Planungen für das Kulturhauptstadtjahr offensiv nach draußen gegangen werden kann. Am Donnerstag, 24. April, 15 Uhr, befasst sich im kleinen Sitzungssaal des Rathauses der Kulturausschuss mit den bisherigen Überlegungen der Verwaltung für das Bochumer Programm. Eine umfangreiche Vorlage will diskutiert sein (siehe auch den Artikel unten).
Am kommenden Sonntag, 27. April, 18 Uhr, sollen die kommunale und die regionale Schiene miteinander verknüpft werden. Die SPD-nahe Bürger- und Wählerinitiative lädt dazu in den Thürmer-Saal ein: "Der Zeitpunkt dafür könnte nicht passender sein. Bislang ist viel über das Kulturhauptstadt-Projekt gesprochen worden. Nun fallen die Entscheidungen; jetzt werden die Weichen gestellt", so die Initiative. Fritz Pleitgen, Geschäftsführer von "Ruhr 2010", wird im Thürmer-Saal über die Rolle der Städte und Gemeinden in der Gesamtpräsentation sprechen. Kulturdezernent Michael Townsend will über den Beitrag reden, den Bochum dem großen Jahr für das Revier beizusteuern gedenkt. Sicherlich wird in seinen Ausführungen auch die zuvor im Kulturausschuss geführte Diskussion eine Rolle spielen.
Ein bedeutendes Bochumer Projekt für "Ruhr 2010" bildet bekanntlich die Kulturachse Viktoriastraße: Neben dem Schauspielhaus wird das geplante Konzerthaus der Bochumer Symphoniker den zentralen Punkt dieser musenbeflissenen Verbindung bilden.
Als Ideenskizze wird auch das lang ersehnte Europäische Literaturhaus Ruhr erwähnt, das im leer stehenden sogenannten Katholikentags-Bahnhof untergebracht werden könnte. Kulturdezernent Michael Townsend: "Immerhin versteht sich Bochum auch als Stadt des Wortes."
Auch der Westpark, um den es - nachdem das Konzerthaus an die Marienkirche verlagert wurde - ein wenig still geworden ist, soll bis 2010 eine weitere kräftige Aufwertung erleben.
Keine Frage: Die Jahrhunderthalle als Montagehalle der Kunst gehört zu den Schwerpunkten des 2010-Programms insgesamt. Doch wird im Park ein neues und zentrales Besucherzentrum (in der vorhandenen ehemaligen Turbinenhalle) entstehen.
Schließlich: Wie zu erfahren ist, soll die Verwaltung und Leitung der Ruhr-Triennale, die bislang in Gelsenkirchen beheimatet ist, nach Bochum in den Westpark umziehen. Auch das eine Stärkung des Standortes.

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