Rot-Grün in Ost kritisiert Sparpläne der Stadt

Ost..  Die Koalition der Fraktionen SPD/Die Grünen in der Bezirksvertretung Ost übt harsche Kritik an den Sparplänen der Stadt im Jugendbereich. Laut Sozialdezernentin Britta Anger ist es – wie berichtet – nicht auszuschließen, dass eines der sechs städtischen Kinder- und Jugendfreizeithäuser als Folge des Haushaltssicherungskonzepts vor dem Aus stehen könnte.

„Zu keiner Zeit wurde dieses Szenario diskutiert“, kritisieren SPD und Grüne. Und weiter: „Pauschal eines von sechs Freizeithäusern zur Disposition zu stellen, kann nur in eine Konkurrenzsituation der Stadtbezirke untereinander münden.“ Und es könne nicht sein, „dass der, der sich am lautesten zur Wehr setzt, seine offene Tür behält“.

Die beiden Parteien weisen darauf hin, dass die Kinder- und Jugendfreizeithäuser in jedem der sechs Stadtbezirke eine wichtige Aufgabe leisten. Die Bedeutung der Arbeit vor Ort machen SPD und Grüne exemplarisch am Inpoint an der Unterstraße in Langendreer fest. So wird darauf hingewiesen, dass das städtische Inpoint gleich zwei Sozialräume bedient. Täglich würden hier rund 80 Kinder und Jugendliche aus teilweise sehr schwierigen Verhältnissen klare Strukturen, Angebote und gelebte Werte vorfinden. „Was wäre, wenn dieses Angebot nicht mehr existiert?“, fragt die Koalition.

Vor wenigen Wochen wurde das Inpoint 50 Jahre alt. (wir berichteten) SPD und Grüne erinnern in diesem Zusammenhang an die Worte, mit denen der damalige OB Heinemann den Jugendtreff einweihte: „Dieses Heim ist ein sichtbarer Beitrag zu den vielfältigen Bemühungen der Stadt Bochum um ihre Jugend.“ Nach Meinung der beiden Parteien habe sich heute die Stadt Bochum nicht nur zu „bemühen“, sondern gerade in sozialen Brennpunkten einen klaren Auftrag zu übernehmen und Kinder und Jugendliche „aufzufangen“. Dieser Auftrag dürfe nicht an der Finanzierung von Honorarkräften scheitern: „Es wäre aus unserer Sicht völlig falsch, im Kinder- und Jugendbereich zu kürzen.“