Rentnerin zahlte für Teppichreinigung 3400 Euro
16.08.2012 | 19:09 Uhr 2012-08-16T19:09:00+0200
Bochum. 3.400 Euro für eine Teppichreinigung - zwei Momente der Unachtsamkeit kosteten eine Bochumerin eine Stange Geld. Eigentlich wollte sie 78-Jährige nur ihren Teppich reinigen lassen, doch sie ließ sich überrumpeln. Jetzt landet der Fall vor Gericht.
Sie will nicht erkennbar sein. Zu tief sitzen Wut und Scham. „Ich habe eine Dummheit gemacht. Aber ich will wenigstens dafür sorgen, dass andere nicht genauso dumm sind“, sagt die Rentnerin, die 3400 Euro für eine Teppichreinigung bezahlt hat.
„Handwäsche nach persischer Tradition, ab 8,90 Euro pro qm“: Die 78-Jährige griff zum Telefon, als sie in einem Prospekt auf die „Aktionswäsche“ eines Bochumer Teppichhandels aufmerksam wurde. Ihre drei Läufer im Wohnzimmer konnten eine Auffrischung vertragen. Wenig später begutachtete ein Mitarbeiter die Teppiche. „Einer der Läufer hatte angeblich Mottenbefall, ein anderer benötige neue Fransen. ,Macht 3400 Euro’, sagte der Mann“, spricht die ehemalige Sekretärin von „Dummheit Nummer 1: Ich unterschrieb den Auftrag, forderte aber eine Einzelabrechnung. Ich dachte an die 8,90 Euro und dass es so deutlich billiger wird. Die Läufer sind doch nur zwei bis drei Quadratmeter groß“.
14 Tage später „die zweite Dummheit“: Die Teppiche wurden zurückgeliefert. Tatsächlich verlangte der Händler 3400 Euro – und erhielt sie in bar. „Ich bezahle immer sofort. Ich habe mich überrumpeln lassen“, so die Seniorin, die aber Nein sagte, als ihr der Mitarbeiter einen neuen Teppich habe verkaufen wollen. „Dabei ging der von 11.000 auf 800 Euro runter.“
Preis ist "markt- und branchenüblich"
Die 78-Jährige brauchte zwei Wochen, ehe sie entschied: „Ich muss was machen.“ Sie informierte die Polizei. Ein Anwalt reichte Klage ein. Von „Wucher“ ist in der Klageschrift die Rede. Das Alter und die „Schwächesituation“ der Kundin seien ausgenutzt worden.
Die getroffene Festpreisvereinbarung sei „unstreitig“, entgegnet derweil der Anwalt des Teppichhändlers. Die 78-Jährige hätte den geforderten Preis „schlichtweg ablehnen“ können. Doch sie habe ihn nicht nur akzeptiert, sondern auch bezahlt – im Übrigen zurecht: Die 3400 Euro für Reinigung und Reparatur seien „markt- und branchenüblich“, so die Anwaltskanzlei.
"Ein Vergleich wäre möglich"
Am 19. September kommt es zum Gütetermin vor dem Amtsgericht. „Dummheit muss bestraft werden“, ist sich die Rentnerin bewusst und belässt es bei einer Rückforderung von 2500 Euro. Der Händler signalisiert Entgegenkommen: „Ein Vergleich ist möglich.“
Wichtiger ist der 78-Jährigen aber, andere Senioren zu warnen. Wer bereits ähnliche Summen für eine Teppichreinigung bezahlt habe, solle sich bei der WAZ melden.

08:51
Ist doch völlig normal, ehrliche Menschen werden doch im Alltag grundsätzlich beschissen. Allen voran Firmen die Leistungen zu super preisen anbieten. Versich. Telefong.Anwälte,Autoh.Discou.etc. Wo man hin schaut wird doch nur noch abgezogen. Aber der gute Kunde will das ja auch so haben. 1A Markenqualität, billig, Äpfel, Birnen sind beides Obst und das Selbe. Welche Sorte und wo sie herkommen spielt ja keine Rolle mehr. Hauptsache billig. Gute Sachen kosten gutes Geld. Leider ist das Maß der guten Sachen vollkommen überzogen. So das man ja überhaupt keine vergleiche mehr ziehen kann. Und dann auch noch diese Justiz. Unglaublich was in diesem Land hier abgeht. Leistungen zu bewerten was sie kosten dürfen oder nicht. Sonderangebote nein Danke. Wenn du dir was kaufen willst schau dir genau den Anbieter an. Ein guter Händler sagt dir warum er so billig ist. Ein guter Kunde weis von wem er was kauft oder nicht und fragt vor allem warum die Leistung so Preisgünstig ist. volle Abzocke
15:30
Gleiche Situation – seriöser, alteingesessener Düsseldorfer Teppichreinigungsbetrieb:
Kostenvoranschlag, Rechnung mit Märchensteuer erhalten, einen phantastischen Service und keine Probleme gehabt.
Auf die (leider übliche) Handwerkerfrage „Brauchen Sie eine Rechnung?“, üben wir mal das „JA“!
…und Geld wird überwiesen, ich will doch nicht vor dem Geldinstitut unter die Muränen fallen…
15:23
Wie doof kann man eigentlich sein? Unterschreibt den Vertrag über 3.400 EUR offenbar ohne schriftliche Zusatzvereinbarung, übergibt dann auch noch das Geld in bar und braucht geschlagene 2 Wochen, um über eine Klage nachzudenken. Sie hats nicht anders verdient, es ist nur dumm, dass jetzt der Teppichhändler die Schuld in die Schuhe geschoben bekommt.
wohl selber Teppich oder Wassermelonen Verkäufer,,,,,,,,,,,,,
13:52
Nein nein nein. Bei solch einem Geldbetrag muss man ein 2. Angebot einholen, alles ist dumm. Wie kann man nur so leichtfertig soviel Geld aus der Hand geben. Und dann auch noch bar, das könnte ich rein psychisch nicht. Nein Geld, wir bleiben für immer zusammen. Ich werd dich nie abgeben.
13:37
Unkenntnis und Schnellfeuergeschwätz - ok, darauf fallen auch junge Leute rein. Bei denen ist das dann wohl eher Werbung auf dem Auto, dass angeblich den fetten BMW finanziert, oder ähnliches.
Pferdehändler gab es schon immer, und wird es auch immer wieder geben, die einen übers Ohr hauen wollen.
Aber wenn z.B. eine Waschanlage 3.400.- für eine Wagenwäsche verlangt - das sollte jedem aufstoßen.
Das Hauptproblem dürfte eher sein, dass sich die Leute erst die Firma ins Haus kommen lassen, und dann nicht die Traute haben, das überzogene Angebot abzulehnen. "Wird schon gut gehen, so teuer wie angekündigt wird das bestimmt nicht", wird sich die alte Dame gedacht haben, so wie es aussieht.
Als besonders "ausgefeilt" würde ich die Methode, einen "ab" - Preis zu bewerben, und dann tausende Euro bei der Besichtigung zu verlangen, nicht bezeichnen.
Vor was sollen da andere Senioren gewarnt werden? Dass man erst Preisvergleiche anstellt, bevor man einen Auftrag unterschreibt?
13:06
Tut mir Leid, aber Pech gehabt.
Klar muss man hier von einem sehr unseriösem Anbieter sprechen, der auch genannt und angeprangert werden sollte (Hat die WAZ ja auch oft genug bei Vodafone geschafft).
Mitleid kann man haben, ja, aber jetzt im Nachhinein zu klagen ist ziemlich erbärmlich...
12:30
Kann ja sein, daß Dummheit bestraft werden muß.
Andererseits werden aber die Methoden, mit denen die Unkenntnis der Leute ausgenutzt wird und die Phantasie mit denen angebliche Dienstleistungen in Rechnung gestellt werden, immer ausgefeilter. Dazu noch minutenlanges Schnellfeuergeschätz, das verwirrt auch erheblich jüngere Leute.
12:25
Ich kenne den Laden. Auch hier in Castrop-Rauxel am Biesenkamp wird die gleiche Werbung gefahren. Ab 8.90 € nach alter Tradition. Einen 50€ - Gutschein obendrauf. Mein Teppich, 6 qm groß, wollte ich dort reinigen lassen. Der Typ in dem Laden meinte, dies koste knapp 500 Euro. Ich habe mich kaputt gelacht. Originell: Das Original-Preisschild klebte noch auf der Unterseite des Teppichs. 430 € hatte ich seinerzeit bezahlt. Der Verkäufer stutzte und fragte was ich denn dafür bezahlen wollte. Ich sagte 8,90 € den qm. Wie in der Werbung. In "seriösen" Reinigungen kostet es 10-12 € einen Teppich reinigen zu lassen. Der Teppichfritze meinte, dass sei zu wenig und wurde auch noch pampig. Ich meinen Teppich wieder zusammengerollt und nix wie raus aus der Bude. Das ist wirklich Abzocke. Lieber den Teppich ganz normal irgendwo reinigen lassen - das ist seriöser und am Ende auch billiger!!!
12:04
Auch wenn das Lockvogelangbeot der 8,90 Euro pro m² beim dann angebotenen Betrag ziemlich dreist ist, so sollte man von einem erwachsenen Menschen erwarten können, dass er versteht was es heißt, wenn ihm ein Preis von 3.400.- genannt wird.
Oder bezahlt die Dame auch ohne zu murren an der Bäckertheke 1.000.- Euro für ein halbes Brot, weil das eben (trotz Werbung für Brot ab 1.-) so verlangt wird?
Alternative: die eigene Geschäftsfähigkeit auf einen Betreuer übertragen. Die gute Frau bringt sich ja in Teufels Küche, wenn sie so weitermacht ...
Und für die armen Erben bleibt nichts mehr übrig.
Das ist doch Ihre einzigste Sorge.............oder?
Partik kann ich nur zustimmen, bei zensek1 wundere ich mich über "einzigste" - schonmal was von Deutscher Grammatik gehört?
Der Inhalt zählt doch wohl.
Nicht nur die richtige Schreibweise......
Wenn alle Kommentare gelöscht würden in denen sich ein Fehler befinden würde, wären Sie ja alleine auf der Welt.
Das wäre doch echt grausam, oder.
Zeigt aber auch das ich mit den Erben in ein Vespennest gestoßen bin und Sie wahrscheinlich betroffen sind.
Grammatik oder sonstige Fehler in meinem Kommentar bitte ich zu entschuldigen.
Wer welche findet darf sie behalten und erhält 10 Gummipunkte :-))
Ich dürfte leider nicht bis 35 studieren und meinen Eltern auf der Tasche liegen.
Ich habe schon mit 17 mein eigenes Geld verdient.
Da spielte die Grammatik keine Rolle.
Fragen Sie heute mal Studenten nach der richtigen Schreibweise.
Die sind genauso doof wie ich, wenn nicht noch schlimmer..........
11:48
Es geht doch nicht nur um die Teppichreinigung. Sondern der Teppich hatte Mottenbefall und brauchte neue Fransen. Sorry, es geht mir auf die Nerven das hinterher alle schreien. Sie kannte den Preis, sie hat in bar bezahlt. Und hinterher ein Frass auf machen. Ich finde das eine Frechheit.
genau das gleiche passiert ja auch im zusammenhang mit banken...