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Rentner (67) soll unbefristet hinter Gitter

05.05.2008 | 15:30 Uhr

Staatsanwalt fordert für den Bochumer, in dessen Leben die Frauen, der Luxus und immer wieder Betrügereien eine große Rolle spielten, fünfeinhalb Jahre Haft - und anschließend die gefürchtete Sicherungsverwahrung. Über 40 Vorstrafen

Die Frauen, der Luxus und immer wieder Betrügereien - das alles spielte im Leben des 67-jährigen Rentners aus Bochum eine zentrale Rolle. Jetzt aber soll ein für allemal Schluss sein mit dem kriminellen Lotterleben. Der Staatsanwalt forderte gestern am Bochumer Landgericht für den luxusfreudigen Rentner fünfeinhalb Jahre Haft - und anschließend die unbefristete Sicherungsverwahrung. Der Angeklagte hat gut 40 Vorstrafen. Deshalb glaubt der Strafverfolger nicht mehr, dass er jemals auf den Pfad der Gesetzestreue zurückkehrt. Er sei unbelehrbar.

"Strafmildernd fällt mir eigentlich nichts ein, außer seinem fortgeschrittenen Lebensalter", sagte der Staatsanwalt. "Er begeht seit über 40 Jahren unentwegt Straftaten." Und: "Er lügt auch noch, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht." Der Angeklagte, ein durchaus stattlich aussehender Mann, hatte seit Ende der 60er Jahre regelmäßig Ärger mit der Strafjustiz. Vielfach wegen Betrügereien. Teilweise erschlich er sich auf kriminelle Weise Luxusartikel, nur um vor seinen Freundinnen anzugeben, wie es sinngemäß im Prozess hieß. "Ich kann das heute nicht mehr nachvollziehen. Ich hätte allein leben sollen", seufzte er einmal vor Gericht. Und auch jetzt wirft ihm die Anklage wieder Betrügereien zum Zwecke des Luxus vor: verlogene Autobestellungen, Versicherungs- und Prozessbetrug und andere Tricks in über 20 Fällen. Schaden: angeblich über 250 000 E.

Zu den Betrogenen soll auch wieder eine Frau (68) gehört haben, seine letzte Lebensgefährtin. "Der gnädige Herr ging nur in Düsseldorf einkaufen", sagte die Wattenscheiderin. Der Angeklagte soll sich heimlich in ihrem Namen teure Autos und einen Super-Fernseher - für 17 000 E - erschlichen haben. Die Frau ("Du hast mich doch nur manipuliert") blieb auf den Rechnungen sitzten. Der Rentner beteuert aber fast komplett seine Unschuld.

Ein Urteil folgt in Kürze. Zurzeit sitzt er aber trotzdem bereits im Knast - wegen einer vorherigen Verurteilung infolge Betruges. B.Ki.

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