„Recht auf Stadt“ stellt Fragen zur Zukunft des Ruhrgebiets

Der „Metropole Ruhr“ zum Trotz: Das graue, hässliche Ruhrgebiet gibt’s an manchen Stellen immer noch.
Der „Metropole Ruhr“ zum Trotz: Das graue, hässliche Ruhrgebiet gibt’s an manchen Stellen immer noch.
Foto: Kerstin Kokoska/WAZ FotoPool
Unter dem Titel „Von Detroit lernen!“ hat das Netzwerk „Recht auf Stadt“ ein Manifest zur Zukunft des Ruhrgebietes veröffentlicht. Es soll nun in öffentlichen Forum diskutiert werden. Auch in Bochum wird nachgehakt, wie es sozial und kulturell nach Auflösung der industriellen Basis weitergehen kann.

Bochum.. Bis vor ein paar Monaten verband man mit der Koppelung Detroit/Bochum rein gar nichts. Die ferne Stadt in Amiland und „das Himmelbett für Tauben“, hatten sie wirklich etwas gemein? Seit dem „Detroit Projekt“ des Schauspielhauses hat sich der Blickwinkel geändert. Fortan rückt ins Bewusstsein, dass die Region Detroit/Michigan durchaus Ähnlichkeiten mit der Region Ruhr hat.

Hier wie dort werden Antworten auf die Frage gesucht, wie es weitergeht mit einem Millionen-Einwohner-starken Ballungsraum, dem gerade seine industrielle Basis abhanden kommt. An dieser Stelle setzt das Netzwerk „Von Detroit lernen!“ an. Ein Manifest zur Zukunft des Ruhrgebietes wurde veröffentlicht, das im Anschluss an die weltweite „Recht auf Stadt“-Bewegung zu einer ruhrgebietsspezifischen Debatte über den Umgang mit Armut, Schrumpfung und Leerständen aufforderte.

Herangehen aus der Teilhabe-Perspektive

Dem Netzwerk gehören Akteure aus sozialer Arbeit, Kunst, Kultur und Wissenschaft an; es konstituierte sich 2013 im Anschluss an die ruhrgebietsweite Konferenz „Stadt für alle“ im Bahnhof Langendreer.

Wo das Detroit Projekt primär auf den Wandel durch Kultur setzte, auch auf die läuterende, letztlich verändernde kreative Kraft der Kunst, geht die „Recht auf Stadt“-Bewegungen die Sache aus einem ideologiekritischen Teilhabe-Aspekt an.

Einladung zur Diskussionsrunde

„Die De-Industrialisierung hat ihr Ende noch nicht erreicht. Die sozialen Tragödien und der Verfall des Ruhrgebiets werden hinter dem Wortgeklingel ,Metropole Ruhr‘ oder ,Region im Wandel‘ versteckt. Wir möchten aber der Armut, der sozialen Abgrenzung, der Abwanderung, dem Leerstand und der Langeweile ins Auge sehen“, heißt es in einem Aufruf zu einer Reihe von Diskussionsforen überall im Ruhrgebiet.

In Bochum lädt „Recht auf Stadt - Ruhr“ zur Diskussion am 1. Oktober um 19:30 Uhr in die Kunsthallen an der Rottstraße 5 ein.

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