Realschüler reden über Flüchtlinge

Gerthe..  Die Anne-Frank-Realschule in Gerthe trägt im Kopf ihrer Homepage das Attribut „Schule ohne Rassismus“. Dazu passt, dass sich dort im letzten Jahr eine Courage-AG gebildet hat, in der Schüler sich gegen Rassismus und Gewalt wenden.

Weil derzeit die Zahl der Flüchtlinge im Bochumer Norden wächst, wird die Schule am kommenden Montag, 26. Januar, ab 10 Uhr deren Situation und deren Schicksal thematisieren. Sie hat dazu Serdar Yüksel, SPD-Landtagsabgeordneter kurdischer Abstammung, und Henry Donner, (SPD) Bezirksbürgermeister im Bochumer Norden, zur Diskussion mit Schülern eingeladen. Teilnehmen werden vier zehnte Klassen und die Internationale Klasse. Schulleiterin Joan Krebs-Schmid: „Wir wollen den Kindern klarmachen: wir sind viele Kulturen“. Die Schule wird eine Klasse für Flüchtlinge einrichten.

Aktuell leben gut 80 Flüchtlinge in Harpen am alten Kappel-Standort; in nächster Zeit, so Henry Donner, werden weitere hinzukommen, darunter viele Familien mit Kindern.

Er lobt: „Die Hilfsbereitschaft im Norden ist ungebrochen groß. Ich bekomme nur positive Reaktionen, immer mehr Menschen melden sich als ehrenamtliche Helfer.“

Er nennt dabei das Beispiel dreier junger Kurden, die beim jüngsten Willkommensfest im Amtshaus Harpen den Wunsch geäußert hatten, rasch Deutsch lernen zu wollen (die offiziellen Kurse beginnen erst im März). „Da fanden sich schnell pensionierte Lehrerinnen und Studenten, die beide Sprachen beherrschen, und in der Flüchtlingsunterkunft nun die Leute unterrichten.“