Das aktuelle Wetter Bochum 19°C
Bochum

Ratsmehrheit begräbt "Bochum macht jung"

09.05.2008 | 15:29 Uhr

Nach kurzem verbalen Schlagabtausch stand SPD allein da. Gleichzeitig wurde der 1,1-Mrd-Euro-Haushalt für 2008 verabschiedet

Eine handfeste Überraschung gab es in der Ratssitzung am Donnerstag, 8.Mai. Nachdem es in der Hauptausschusssitzung vor gut einer Woche noch eine knappe Mehrheit für die umstrittene Imagekampagne "Bochum macht jung" gegeben hatte, setzten Grüne und CDU jetzt mit den Stimmen der Linken, der FDP und der sozialen Liste die Absetzung der umstrittenen Kampagne durch. Sie nutzten die Verabschiedung des Haushaltsplanes für 2008, um die ehemals bunte - aber schon längst eher gräulich-blasse - Werbekampagne für die Stadt sterben zu lassen.

Mit zwei Änderungsanträgen, gegen die Stimmen der SPD-Ratsfraktion, bei Enthaltung der UWG, wurde der Kampagne schlicht die finanzielle Basis entzogen. Die beiden Haushaltsansätze für 2008 und 2009 in Höhe von jeweils 400 000 Euro wurden gestrichen. Da half es nichts, dass SPD-Fraktions-Chef Heinz-Dieter Fleskes dem vortragenden Roland Mitschke (CDU) ein Kabinettstückchen und quasi eine Wendenummer, nach dem Motto "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern", vorwarf. Mitschke hatte zuvor begründet, dass "diese Kampagne Verluste erlitten hat, die einer Kampagne unverträglich sind." Es sei schlicht annähernd nichts passiert.

Doch auch Grüne und CDU wollen weiterhin, dass Bochum Kontur gewinnt, daher schafften sie eine neue Haushaltsstelle, in die die gerade noch gestrichenen Summen wieder eingesetzt werden. Vorstellbar sei etwa eine Werbung im Rahmen des Kulturhauptstadt-Prozesses. Auch die "Bochum Marketing Gesellschaft" solle künftig besser eingebunden werden.

Da geriet die Verabschiedung des städtischen Haushalts fast schon zur Nebensache. Der Haushalt - dann wieder beschlossen durch die rot-grüne Koalition im Stadtparlament - umfasst ein Volumen von rund 1,1 Mrd Euro. Die Netto-Neuverschuldung der Kommune beträgt in diesem Haushaltsjahr rund 44,4 Millionen Euro. 25,3 Millionen Euro werden für die Tilgung der laufenden Schulden aufge- wendet.

Angestiegen sind gegenüber dem Haushaltsjahr 2007 die städtischen Personalkosten. Sie klettern von 239,1 Millionen Euro auf rund 248,2 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2008. Als Ursache dafür werden vor allem die Tarifab- schlüsse im öffentlichen Dienst genannt. Doch für die kommenden Jahre, in denen das Haushaltssicherungskonzept gilt, sollen die Personalkosten gedämpft werden.

Kommentar: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2008/5/9/news-44883568/detail.html

Forumsdiskussion: http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?t=14647&sid=ba5f014f6b7e5bd06ef004b3779f07a3

Von Michael Weeke

Facebook
 
Kommentare
09.05.2008
10:46
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von Erika Fortmann | #7

Warum werden eigentlich nicht diejenigen zu der Imagekampagne befragt, die in dieser Stadt leben?
Warum eine Fremdagentur für viel Geld einschalten, wenn man mit einer Umfrage in der Bochumer Bevölkerung viele und sicher viel bessere Vorschläge erhalten kann?
Also, liebe Verantwortliche der Stadt: Macht einen Aufruf zur Ideensammlung für einen neuen aussägekräftigeren Slogan an die Menschen, die sich hier auskennen und wissen, warum sie so gerne hier leben ! Das kommt allemal billiger und ist ehrlicherr !!!

09.05.2008
09:59
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von Der Kritische Blick | #6

Bochum wird vernünftig sollte der neue Slogan heißen !

Endlich hat dieser Schwachsinn eine Wendung gefunden und die Stadtväter besinnen sich wieder auf Dinge die wichtig sind - Haushaltskonsolidierung !

Jetzt noch (gemäß meinen Vorrednern!) das Konzerthaus abschaffen und wir könnten darauf hoffen, daß Bochum von selbst aus der Schuldenfalle entkommt.

Übrigens - wozu haben wir eine Bochum Marketing Gesellschaft, wenn die Ratsherren sie ganz offensichtlich nicht Ernst nehmen oder von deren Existenz anscheinend überrascht sind.
Sollte die Marketing Gesellschaft etwa schon Schwierigkeiten haben das Eigenmarketing professionell zu gestalten ?? Wäre eine prima Steilvorlage um weitere Kosten zu einzusparen, oder ......

09.05.2008
08:38
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von Nettozahler | #5

Das Aus für das Konzerthaus ist auch mir spontan eingefallen. Das Geld, das durch den Bau und den späteren - zu erwarten defizitären - Betrieb vergeudet werden soll, wäre zur Haushaltssanierung besser eingesetzt.

09.05.2008
07:05
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von Gerd Brenningstädt | #4

Die weiteren Schritte darf die Politik nicht aus den Augen verlieren. Die Erkenntnis, dass die Marketinggesellschaft mit eingebunden werden muss, hätte schon vorher vorhanden sein müssen. Das ständige nebeneinander Agieren und Taktieren einzelner Stellen bringt mehr Schaden als Nutzen. Hier ist eine Große Lösung gefragt.

09.05.2008
00:55
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von M, v, A. | #3

Dann hat also die Stadt erst die vollständigen Rechte an der Kampagne gekauft hat um sie dann nicht zu machen, typisch weitsichtige Politik,

Wenn jetzt noch Konzerthaus und Platz des Versprechens aufgegeben wird kann man vielleicht von Haushaltssanierung sprechen.

08.05.2008
21:45
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von WATdenn | #2

Mit Bochum macht jung hätten wir auch alt ausgesehen.

08.05.2008
21:43
Ratsmehrheit begräbt Bochum macht jung
von Esme | #1

Gut, dass dieser Schwachsinn endlich beendet wurde.
Bei all den Bochumer Pleiteprojekten endlich mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1542712/create

Umfrage
Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

Die Zukunft des Opel-Werks in Bochum steht auf der Kippe. Glauben Sie daran, dass der Standort nach 2015 erhalten bleibt?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Fliegerbombe entschärft
Bildgalerie
Um 16:00 Uhr war es...
Kemnade in Flammen
Bildgalerie
Volksfest
Festival der Kulturen
Bildgalerie
Ruhr International
Festumzug in Linden
Bildgalerie
Schützen
Aus dem Ressort
Rainer Einenkel dankt „Herbie“ für Solidarität
Krise bei Opel
In einem persönlich gehaltenen Brief dankt der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, Herbert Grönemeyer für seine Solidarität mit den Beschäftigten des Autobauers. Einenkel wörtlich:
Scharfe Kritik aus den Stadtteilen
Grundschul-Debatte
Während die Fraktionen sich noch auf die heutige, womöglich entscheidende Sitzung der Arbeitsgruppe zum Schulentwicklungsplan für die Grundschulen vorbereiteten, gab es deutliche Meinungsäußerungen aus den Stadtteilen.