Prozess in Bochum um angeblichen Exorzismus für 1700 Euro

Seit Donnerstag muss sich der Mann aus Herten vor dem Landgericht Bochum verantworten.
Seit Donnerstag muss sich der Mann aus Herten vor dem Landgericht Bochum verantworten.
Foto: Ingo Otto/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Weil er sich als Exorzist ausgegeben und so eine Schwangere erpresst haben soll, steht ein 47-Jähriger seit Donnerstag in Bochum vor Gericht.

Bochum.. Die Anklage liest sich wie eine Geschichte aus dem Mittelalter: Ein angeblicher Exorzist aus Herten soll einer schwangeren Frau aus Bremen eingeredet haben, dass sie den Teufel in ihrem Körper trage. Seit Donnerstag beschäftigt der Fall das Bochumer Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 47-Jährige die Frau im September 2014 in einen "magischen Raum" gesperrt und erst nach Zahlung von 1700 Euro wieder freigelassen hat. Die Anklage lautet auf Freiheitsberaubung und Erpressung.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er sei kein Teufelsaustreiber. In Wahrheit handele es sich um eine Rache-Aktion einer Kredit-Mafia, weil er mit der Rückzahlung eines Wucher-Darlehens in Schwierigkeiten geraten sei. Die Frau aus Bremen ist noch nicht als Zeugin gehört worden. Ihr Anwalt sagte am Rande des Prozesses: "Sie hat wirklich gedacht, dass sie einen Affen gebären könnte." (dpa)