Polka und Ska am zweiten Tag von Bochum Total
22.07.2011 | 14:00 Uhr 2011-07-22T14:00:00+0200Bochum.Das Open-Air-Festival Bochum Total bietet am heutigen Freitag, 22. Juli, musikalische Kleinode, Düsteres und Fluffiges sowie Festival-Rückkehrer. Ein Ausblick auf den zweiten Festivaltag.
„Es kommt immer der Regen, und der macht euch alle nass“: Erkenntnisse der Hannoveraner Band „Die Magneten“, die hoffentlich nur für ihren Song „Belogen“ gelten, nicht aber für das Wetter bei Bochum Total.
„Die Magneten“ eröffnen die WAZ-Bühne am Konrad-Adenauer-Platz. Ganz anders als die Melancholie und Befindlichkeit der Magneten kommt die tanzbare Funkmusik der Newcomer-Band „So Kind Stacy“ ‘rüber, die im Anschluss ab 18.15 Uhr mit wohl dosierten Bläsersätzen ihr Können zeigt. Ein eigenständiger Mix aus Funk, Soul und Pop hat sich aus der Arbeit der sieben Krefelder entwickelt, und das in kurzen zwei Jahren.
Tanzen der härteren Gangart lässt sich bei „Buster Shuffle“ aus London gar nicht vermeiden: Die britische Cockney-Ska-Band sorgt ab 19.30 Uhr auf der WAZ-Bühne energisch für gute Laune, ob mit oder ohne Gummihut und Doc Martens. Die Mischung aus Ska und Rock’n’Roll, wohl instrumentiert, tut Ohren und Beinen gleichermaßen gut.
Hardpolka am KAP, Sanftes am Südring
„The Shanes“ haben schon 20 Jahre auf dem Buckel, eine Phase, in der sich die Besetzung (zu den Gründern gehört nur noch Sänger Kornelius Flowers) genauso wie die musikalische Entwicklung verändert haben. Die Trierer machen etwas, das sie „Hardpolka“ nennen. So haben sie etwa schon Anfang der 90er Jahre Joy Divisions „Love will tear us apart“ in einer Polkaversion flott gemacht. Und heute? Ein ansprechender Stil, der Partylaune macht, an die Pogues erinnert und genauso Vorbilder im Folk, Country und Punk hat: Der Headliner auf der WAZ-Bühne um 20.45 Uhr.
Die 1Live-Bühne hat am Tag 2 einen sehr sanften Einstieg. Flo Mega serviert deutsche Texte, gebettet in Musik zum Chillen, etwas nölig und eckig gesungen; ab 17 Uhr.
„Carpark North“ wird auf die Fahnen geschrieben, den skandinavischen Elektropop/-Rock wiederbelebt zu haben. Die Dänen drängen sich ins Ohr, sparen weder Liebeskummer noch Sehnsüchte aus. Für den Pop-Faktor stehen nicht zuletzt auch die Fans mit hohem Kreisch-Potenzial; Start 18.15 Uhr.
Raue, kratzige Stimme, Texte, die aus dem Hip-Hop-Einheitsbrei hervorstechen: Casper aus Bielefeld hat schon für viel Furore gesorgt. Casper heißt eigentlich Benjamin Griffey. Er wurde zwar in Deutschland geboren, wuchs indes auf in den USA. Sein zweites Album „XOXO“ ist soeben erschienen. Wer reinschnuppern möchte: 1Live-Bühne, 19.30 Uhr.
Jupiter Jones kennt wohl inzwischen jeder, seit ihre Auskopplung „Still“ vom jüngsten Studioalbum Jupiter Jones von allen Radiosendern rauf und runter gespielt wird. Die Band ist ruhiger geworden, kann aber auch anders: Der 1Live-Headliner um 20.45 Uhr.
Noch grün hinter den Ohren
Die Hamburger Combo mit dem schönen Namen „Wilhelm Tell Me“ ist noch grün hinter den Ohren, hat sie sich doch erst Anfang 2010 gegründet. Dennoch lassen sich aus den ersten Songs schon jede Menge eigene Handschrift und Unverwechselbarkeit heraushören. Die Jungs spielen Pop der unkomplizierten und tanzbaren Art, ein fluffiger Opener für die Pottmop-Bühne am Freitag, 17 Uhr.
Erstmals werden bei Bochum Total auch Finalisten aus dem Pop-Camp des deutschen Musikrates auftreten, unter ihnen Jupiter Jones und The Bonny Situation. Das Pop-Camp ist kein Wettbewerb, vielmehr werden Bands/Künstler von Experten nominiert. Fünf Teilnehmer werden für den „Meisterkurs für Populäre Musik“ ermittelt.
„Wir brauchen mehr Bewegung“ – recht haben sie, die Musiker von „Benzin“. Dazu müssen sie die Konzertbesucher sicher nicht zweimal auffordern. Druckvollen Rock mit Punkelementen bietet die Band aus Ulm, die immerhin schon 15 Jahre alt ist und dennoch erstmals zu Gast ist bei Bo-To, ab 18.15 Uhr.
Zwischen kunst- und äußerst druckvoll, sanft und mächtig düster: die dänische Band „Kellermensch“. Ihr Motto scheint zu lauten: Wir können auch anders. Die Kellermenschen bieten einen Stilmix, der kaum Wünsche offen lässt. Wunschliste abgeben um 19.30 Uhr, Pottmob.
Der Headliner auf dem Südring kommt aus Kalifornien, und das lässt sich nicht verleugnen. „Boy hits Car“ gründeten sich Anfang der 90er Jahre. Nach Bochum bringen sie ihr viertes Album mit: Stealing Fire, ab 20.45 Uhr.

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Juhu, Benzin spielen gleich zweimal, das zweite mal of stage - und dazwischen jupiter Jones: Das wird ein schöner Abend!