Polizistin: Zahlen zu Flüchtlingskriminalität sind gefälscht

Tania Kambouri wirft den Behörden vor, Statistiken zu fälschen.
Tania Kambouri wirft den Behörden vor, Statistiken zu fälschen.
Foto: Kai Kitschenberg/ FunkeFotoServices
Was wir bereits wissen
Um keine Angst in der Bevölkerung zu schüren, fälschen die Behörden Statistiken zur Flüchtlingskriminalität. Das behauptet eine Bochumer Polizistin.

Bochum/Stuttgart.. Die Bochumer Polizistin Tania Kambouri wirft dem Bundeskriminalamt (BKA) vor, Statistiken zur Kriminalität unter Flüchtlingen zu fälschen. Richtige Zahlen würden nicht veröffentlicht, weil sie "politisch nicht gewollt" seien, sagte Kambouri in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Die 32-Jährige hatte schon mit ihrem Buch "Deutschland im Blaulicht" für Furore gesorgt. Darin beklagt sie die angebliche Gewalt und Respektlosigkeit junger Muslime gegenüber Polizisten.

Polizistin Das BKA hat die Vorwürfe auf Anfrage der Rheinischen Post klar bestritten. Die veröffentlichten Zahlen seien korrekt, sagte ein Sprecher. Im November hatte das BKA Statistiken veröffentlicht, wonach es durch Asylbewerber und Flüchtlingen keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität gebe. Die Statistik beruhe auf Fallzahlen und Situationsschilderungen der Landespolizeien. Daten aus NRW flossen nicht in die Statistik ein. Die hiesige Polizei wird von Flüchtlingen begangene Straftaten erst ab Januar 2016 gesondert erfassen.

Kambouri belegt Behauptungen nicht

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte dazu: "Insgesamt zeigten uns die derzeit verfügbaren Tendenzaussagen, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso wenig oder oft straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung. Der Großteil von ihnen begeht keine Straftaten, sie suchen vielmehr in Deutschland Schutz und Frieden."

Polizei Kambouri führt in dem Interview keine Belege für ihre Behauptungen an. Wörtlich sagt sie: "Ich könnte mir vorstellen, dass da etwas gefälscht oder beschönigt wurde, um keine Ängste in der Bevölkerung zu schüren." Wer bei diesem Thema die Wahrheit sage, werde schnell in die Nazi-Ecke gestellt.

Im Alltag hätten sie und ihre Kollegen "nicht selten" erlebt, dass Flüchtlinge, die erst wenige Tage im Land seien, Straftaten begingen. Das habe ihre ursprüngliche Meinung zu dem Thema geändert.

Kambouris Buch war im Oktober 2015 veröffentlicht worden. Die darin geäußerten Thesen hatten für einiges Aufsehen gesorgt, auch weil die Autorin sie in zahlreichen Talkshows verbreitete. Nach den Vorwürfen Kambouris gefragt, erklärte das Bochumer Polizeipräsidium lediglich allgemein: „Das Buch „Deutschland im Blaulicht“ wurde von der Autorin aus eigener Initiative als Privatperson geschrieben. Die Aussagen repräsentieren ihre persönlichen Ansichten. Für die Inhalte ist sie selbst verantwortlich. Das Buch gibt nicht zwangsläufig die Meinungen des Polizeipräsidiums Bochum wieder.“ (dor)