Polizei startet Großrazzia gegen steigende Einbruchszahlen
13.11.2012 | 10:45 Uhr 2012-11-13T10:45:00+0100
Bochum. Die Polizei startete am Dienstagmorgen eine Großrazzia. Zusammen mit neun anderen Kreispolizeibehörden unter anderem aus Dortmund und Duisburg soll verstärkt gegen Einbrecherbanden vorgegangen werden. Die Zahl der Einbrüche habe in der vergangenen Zeit in NRW stark zugenommen.
Die Bochumer Kripo will jetzt verstärkt Einbrecherbanden ausheben. Am Dienstagmorgen um 6 Uhr haben die Beamten Razzien und Durchsuchungen gestartet. Die Aktion läuft zusammen mit den Kreispolizeibehörden Dortmund, Duisburg, Ennepe-Ruhr-Kreis, Essen, Gelsenkirchen, Mettmann, Oberhausen, Recklinghausen und Wesel.
Konkrete Anhaltspunkte
In Bochum-Wattenscheid zum Beispiel waren 20 Beamte in einem Mehrfamilienhaus an der Westenfelder Straße im Einsatz. Polizeisprecher Guido Meng sagte am Dienstagvormittag auf WAZ-Anfrage: "Wir hatten konkrete Anhaltspunkte, dass sich dort Personen aufhalten, die Mitglieder von Einbrecherbanden sind beziehungsweise in der Einbruchskriminalität aktiv sind." Mit der Aktion sollte vor allem die Identität von Verdächtigen ermittelt werden: "Wichtig für uns ist zu wissen: Wie sind die von uns verdächtigten Personen miteinander städteübergreifend vernetzt? Einbrecher kennen keine Grenzen, erst recht nicht reisende Einbrecher." In dem Mehrfamilienhaus gibt es zwei Wohnungen. In der einen Wohnung fand die Polizei eine Frau mit ihrem Kind, in der anderen Wohnung traf sie niemanden an. Allerdings fanden die Beamten in dem Haus Hinweise darauf, wo sich die Bewohner der leeren Wohnung aufhalten könnten. Über weitere Einzelheiten gibt es noch keine Erkenntnisse.
Einbruchszahlen deutlich angestiegen
Wie die Polizei am Morgen weiter mitteilte, wolle sie bei der ruhrgebietsweiten Razzia Wohnungseinbrecher festnehmen, beweiskräftig überführen und neue Erkenntnisse über Einbrecherbanden für zukünftige Ermittlungen sammeln. „Der Polizei ist bewusst, dass der seelische Schaden unserer vom Einbruch betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürgern häufig größer ist, als der materielle Verlust. Wir wollen, dass sich die Menschen im Revier in ihren vier Wänden sicher fühlen. Dafür bündeln wir unsere Kräfte und gehen gemeinsamen gegen die Einbrecher vor.“ Zuletzt waren die Einbruchszahlen in Bochum deutlich angestiegen. Im ersten Halbjahr 2012 wurden in der Stadt Bochum bereits 840 Einbrüche und Einbruchsversuche gemeldet.
Überregional tätige Banden
Die Kripo sagte neulich in einem WAZ-Gespräch, dass die Zunahme der Fallzahlen in Bochum ein Phänomen sei, das in ganz NRW , vor allem im Ruhrgebiet auftrete. Die Ermittler schreiben die Einbrüche sowohl regionalen Tätern zu, die aus akuter Geldnot und zum Beispiel zur Finanzierung ihrer Drogensucht handeln, aber insbesondere überregional tätigen Banden. Sie kämen, so wird vermutet, vor allem aus Südosteuropa: Rumänien, Bulgarien und Ex-Jugoslawien. Personenbeschreibungen von Zeugen, die Tatverdächtige beobachtet hätten, gingen ebenfalls in diese Richtung.

12:42
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
09:04
Kommt wohl zu spät! Und EINE Großrazzia wird nur wenig ausrichten können. Was fehlt ist eine ausreichende Polizeipräsenz in der Öffentlichkeit. Diese kann natürlich aufgrund des eklatanten Personalmangels nicht mehr gewährleistet werden, da die übriggebliebenen Polizeibeamten/innen zunehmend als Bußgeldeintreiber für die klammen Staatskassen beschäftigt werden. Und was ist mit den steigenden Fallzahlen hinsichtlich Taschendiebstahl, Trickbetrug, Straßenraub usw.?
Naja, das kranke, grenzenlos freie Europa kostet nun mal was. Und es leidet nicht nur unter der "Euro-Krise"!
Wieso Bußgeldeintreiber? Die Kommunen treiben mit eigenenm Personal Steuer, Gebühren und Beiträge bzw. andere öffentlich-revchtliche Forderungen bei. Andere Behörden lassen z. B. nicht gezahlte Steuern und Abgaben durch die jeweiligen Hauptzollämter beitreiben.
Oder sollte ein evtl. Polizeischutz für die Vollstreckungsbeamten oder -angestellten der Gemeinden oder Kreise gemeint sein?
Entschuldigung für die obigen Tippfehler, zu schnell geschrieben. Eine Korrekturmöglichkeit wäre hierfür nicht schlecht.