Politiker bedauern Rückzug von Bochumer Intendant Weber

Intendant Anselm Weber kehrt dem Schauspielhaus den Rücken.
Intendant Anselm Weber kehrt dem Schauspielhaus den Rücken.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
CDU und Grüne finden lobende Worte für den scheidenden Theaterleiter, der viel dafür getan habe, das Theater auf stabilere Füße zu stellen.

Bochum.. Die plötzliche Ankündigung des Intendanten Anselm Weber, bereits im Jahr 2017 das Schauspielhaus in Richtung Frankfurt am Main verlassen zu wollen, sorgt bei den Kommunalpolitikern für großes Bedauern.

„Der Auflösung des Vertrages von Anselm Weber werde ich zustimmen, um ihm den Wechsel nach Frankfurt zu ermöglichen“, kommentiert Lothar Gräfingholt, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, den vorzeitigen Abschied des Theaterleiters.

Als Mitglied im Verwaltungsrat des Schauspielhauses wolle Gräfingholt dem Wunsch Webers also nicht im Wege stehen. Bekanntlich muss der Verwaltungsrat der Auflösung zustimmen, ehe der Intendant überhaupt ziehen darf. Auch Kulturdezernent Michael Townsend (SPD) hat bereits seine Zustimmung signalisiert.

Gemeinhin loben die Kommunalpolitiker Webers Verdienste in den letzten Jahren. „Er hat viel dafür getan, das Schauspielhaus wirtschaftlich auf stabilere Füße zu stellen“, meint Barbara Jessel, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. „Ich hätte mir gewünscht, dass Weber und sein Team die Pflänzchen für Ideen einer Stadtentwicklung nach Opel weiter gepflegt hätten.“

„Kulturelle Bankrotterklärung“

Auch Gräfingholt findet lobende Worte: „Webers Arbeit steht für den Versuch, Stadt und Theater wieder stärker miteinander zu verzahnen“, sagt er. Sein Parteikollege Dirk Caemmerer nimmt den Rückzug des Theaterdirektors zum Anlass, der Stadtverwaltung eine „kulturelle Bankrotterklärung“ auszustellen. „Politik und Verwaltung haben eine ihrer traditionellen Stätten, nämlich das Schauspielhaus, langsam und systematisch finanziell an den Rand des Ruins getrieben.“ Die „Sparorgie auf dem Rücken des künstlerischen Personals“ bezeichnet Caemmerer als „unerträglich“.