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Berufsschulen

Politik muss Bedingungen schaffen

14.10.2012 | 15:58 Uhr
Politik muss Bedingungen schaffen
Viele gute Ideen gibt es an Berufsschulen: Hier eine Modenschau beim diesjährigen Tag der offenen Tür am Comenius-Berufskolleg.Foto: Joachim Haenisch

Witten.   Die DGB-Jugend befragt über 300 Berufsschüler, ob sie sich in ihrer Schule gut aufgehoben fühlen. Kritisiert wurden u.a. der Personalmangel und fehlendes Lehrmaterial.

Überfüllte Klassenräume, fehlendes Lehrmaterial, Personalmangel und zu häufiger Unterrichtsausfall: Probleme, über die wohl nahezu jede Schule klagen könnte. Die DGB-Jugend befragte 3140 Auszubildende in NRW, was sie von der Situation an ihrer Berufsschule halten. Tim Ackermann, DGB-Bildungsreferent, sprach mit uns über Ergebnisse und Konsequenzen des Ausbildungsreports 2012.

Mit der fachlichen Qualität ihres Berufskollegs zeigten sich 48 Prozent der Schüler zufrieden. Ist doch gar nicht schlecht, oder?

Tim Ackermann: Das kann ja nicht der Qualitätsanspruch sein. Immerhin fühlen sich über die Hälfte der Berufsschüler nur befriedigend bis mangelhaft betreut. 56 Prozent der Befragten gaben gar an, nicht gut genug auf die Abschlussprüfung vorbereitet worden zu sein.

Woran liegt das?

Ackermann: Die Frage ist doch eher: Was brauchen junge Leute, um in eine vernünftig bezahlte Arbeitswelt entlassen werden zu können? Dazu bedarf es, neben einer guten Ausbildungssituation im Betrieb, auch Fachkräften an den Berufskollegs. Daran mangelt es. Die Politik muss sich endlich mal darum kümmern, Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese Punkte auch stärken können. Soll heißen: Nicht immer nur schauen, wo man noch mehr Geld sparen kann, sondern nachhaltig in Bildung investieren.

Also in Personal?

Ackermann: Auch unsere Studie hat ergeben, dass es eine klare Korrelation gibt zwischen der Klassengröße und der Zufriedenheit der Auszubildenden. Kleine Klassen bedeuten immer auch eine gute Lernatmosphäre. Darüber hinaus sollte jedes Berufskolleg über vernünftige technische Geräte und Lehrmaterial verfügen, um eine gute duale Ausbildung ermöglichen zu können. Leider ist das nicht immer eine Selbstverständlichkeit.

Wo sehen Sie persönlich den größten Handlungsbedarf?

Ackermann: Wir brauchen vor allem Lehrpersonal mit Migrationshintergrund, in einer Relation, die vernünftig ist. In den Schulklassen in ganz Nordrhein Westfalen gibt es einen hohen Anteil an jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn man sich aber dort mal an den Berufsschulen umschaut, so sieht man schnell, dass sich das noch nicht in der Lehrerschaft widerspiegelt.

Welches Bildungssystem wünschen Sie sich an Schulen?

Ackermann: Ich möchte einfach, dass alle Schülerinnen und Schüler optimal begleitet und betreut werden können – und dass sie die Möglichkeiten bekommen, die einst auch ihre Lehrer hatten.

Jimena Salloch



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