Polen sollen Personallücken in Bochumer Opelwerk stopfen

Hilfe gebrauchen könnte Opel mittlerweile an einigen Produktionsbereichen. Aushilfen und Facharbeiter aus Polen sollen personelle Lücken schließen.
Hilfe gebrauchen könnte Opel mittlerweile an einigen Produktionsbereichen. Aushilfen und Facharbeiter aus Polen sollen personelle Lücken schließen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Opel-Betriebsrat beklagt im Bochumer Werk zunehmend Personalengpässe durch Krankheit oder Probearbeit in anderen Unternehmen. Aus diesen Gründen sind derzeit etwa 100 Leute zu wenig im Werk. Unter anderem sollen nun Facharbeiter aus Osteuropa aushelfen.

Bochum.. Noch läuft das vorgesehene Zafira-Kontingent täglich vom Band. Aber in einigen Produktionsbereichen des Opel-Werks I hat es in den vergangenen Wochen bereits Personalengpässe gegeben. Da sich Krankheitsfälle häufen und etliche Mitarbeiter das Angebot zur vierwöchigen Probearbeit bei anderen Unternehmen annehmen, wachse die Belastung für die Belegschaft, so Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel. Etwa 100 Leute zu wenig seien momentan im Werk.

Die Arbeitnehmervertretung habe daher die Geschäftsführung gedrängt, Schüler und Studenten für schnell zu lernende Hilfstätigkeiten einzustellen. Vereinbart worden sei auch, dass alle Auszubildenden unbefristet übernommen werden. Außerdem werden spätestens nach den Betriebsferien, die vom nächsten Montag, 28. Juli, an bis zum 15. August dauern, Facharbeiter aus dem polnischen Schwesterwerk in Gliwice nach Bochum kommen, zum Beispiel für die Lackiererei oder den Karosserie-Rohbau.

Ein „riesengroßes Beschäftigungsproblem“

45 Polen werden es nach jetzigem Stand sein, die „für längere Zeit“ in Bochum aushelfen. „Das macht Sinn“, sagt Rainer Einenkel. Nicht nur, weil es im Werk in Polen ein „riesengroßes Beschäftigungsproblem“ (Einenkel) gibt, sondern auch im Interesse des hiesigen Werks. Zumal der Betriebsrat mittlerweile den Verdacht hat, dass an Wochenenden mehrfach Mehrarbeit geleistet werden muss, die offenbar unter der Woche wegen der Personalknappheit nicht erledigt werden konnte.

Im Interesse der Flexibilisierung gebe es zwar eine Vereinbarung, dass ohne Genehmigung des Betriebsrats Mehrarbeit an Wochenenden geleistet werden könne. Die aber dürfe nicht produktiver Natur sein. Da der Verdacht bestehe, dass mehrfach Produktionsrückstände aufgearbeitet wurden, werde die Mehrarbeit nur noch unter Einhaltung der Mitbestimmung des Betriebsrats möglich sein. Einenkel: „Das Unternehmen will das Werk schließen. Das darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten passieren.“