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Im besetzen RUB-Audimax

Podiumsdiskussion bringt nichts wirklich Neues

17.12.2009 | 17:38 Uhr

Zu einer neuerlichen Diskussion über die Studienbedingungen an der Ruhr-Uni hatten die Bildungsstreik-Aktivist/innen in das nach wie vor besetzte Audimax eingeladen. Rund 250 Zuhörer folgten der etwa zweistündigen Diskussion.

Auf dem Podium saß neben Karsten Finke (AStA), Manuel Zaunr, Laura Schlegel vom Protestkomittee und Eva Fischer (Zentrale Studienberatung) als Hauptgast des Tages RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler. Ihm vor allem wollten die Audimax-Besetzer/innen auf den Zahn fühlen; Stichpunkte: Studiengebühren, Studienreform, Qualität des Studiums, Leistungsdruck.

Schon vor acht Jahren

Weiler wies darauf hin, dass der umstrittene Bachelor schon alt sei. Bereits Prof. Petzina, sein Vor-Vorgänger im Amt, habe vor acht Jahren angekündigt, dass die Ruhr-Uni konsequent ihre Abschlüsse auf das einheitliche BA/MA-System umstellen würde. Eine Überlegung, so Weiler, die auch die Studierenden gewünscht hätten: „Viele Studierende haben sich damals beklagt, dass speziell die alten Master-Studiengänge zu unspezifisch wären.” Ziel das Bachelors war bekanntlich neben der Verkürzung des Studiums auch eine bessere internationale Vergleichbarkeit - und damit die Einführung eines Qualitätsbegriffs.

Sattsam bekannte Argumente

Beschlüsse wurden gestern im Audimax nicht gefasst. Vielmehr wurden die sattsam bekannten Argumente ein weiteres Mal öffentlich ausgetauscht. Die Podiumsdiskussion zeigte einmal mehr, dass die Debatte um die Bildung grundsätzlich eine strukturelle, weniger eine inhaltliche ist. Die Studierenden, die sich zu Wort meldeten, beklagten - neben den Studiengebühren - immer wieder die Formaliseriung des Studiums, etwa das als schematisch-lehrplanhaft empfundene Vorgehen während des Bachelor-Jahre, aber auch das Führen von Anwesenheitslisten, die offenbar geradezu verhasst sind. Dem Drängen auf Veränderungen in diesen Details gab Rektor Weiler nicht nach; vielmehr verwies er auf die Qualitätszirkel, die Prorektorin Prof. Wilkens zuletzt vorgestellt hatte, und die zu einem Optimierung des Bachelor-Studiums führen sollen (die WAZ berichtete). Die Protestler im Audimax sehen diese Arbeitskreise skeptisch, zu beliebig, zu wenig studentisch relevant, so das Argument.

Nicht zurück in die alten Zeiten

Beide Seiten - Rektorat und Bildungsaktivisten - betonten, man wolle nicht in die „alten” Lehr- und Lernzeiten vor der BA/MA-Umstellung zurückfallen. Aber wie die neue genau aussehen sollen, darüber gab's keine Übereinstimmung.

Jürgen Boebers-Süßmann

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