Platz im Parkhaus, Straße voll

Viele parken lieber vor ihrer Haustür als im Parkhaus der Augusta-Klinik (hinten): Jutta König ärgert sich über die Parksituation in der Castroper Straße
Viele parken lieber vor ihrer Haustür als im Parkhaus der Augusta-Klinik (hinten): Jutta König ärgert sich über die Parksituation in der Castroper Straße
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Jutta König (61) fordert Anwohnerparken im Umfeld der Augusta-Klinik. Stadt weiß um breite Unzufriedenheit und will ruhenden Verkehr neu regeln.

Bochum.. Von ihrem Küchenfenster aus kann Jutta König das Parkhaus der Augusta-Klinik sehen. „Viele freie Plätze sehe ich oft dort“, sagt sie. Aber wenn die 61-Jährige aus ihrer Haustür an der Castroper Straße 1 tritt, gibt es dort keine Parklücke. „Es ist katastrophal, alles zugeparkt! Seit eineinhalb Jahren wohne ich hier und seitdem suche ich jeden Tag nach einem Parkplatz.“

Einen Plan B zu finden, fällt König schwer. Sie hat eine chronische Lungenkrankheit, ihre Wohnung liegt auf einem Berg, der nächste freie Parkplatz ist meist mehrere hundert Meter entfernt. „Ich komme hier kaum hoch, mit oder ohne Einkaufstasche.“ Ihre Forderung ist deutlich: „Es muss ein Anwohnerparkbereich her.“

Befragung um Anwohnerparken

Einen solchen Bereich hätte es vor sechs Jahren geben können: 2009 erhielten Bürger im Umkreis der Augusta-Klinik einen Brief, in dem der Wunsch nach Anwohnerparkbereichen um die Krankenanstalt erfragt wurde. Geantwortet hätten nur 17,6 Prozent der Anwohner. „Das lässt auf ein geringes Interesse der Bewohner schließen“, sagt Stadtsprecherin Tanja Wißing.

„Bei uns hat nie jemand so einen Zettel bekommen“, dementiert König. Und tatsächlich: Die Castroper Straße, im Verlauf zwischen Nordring und Klinikstraße, wurde nicht mit in die Befragung einbezogen. Mögliche Gründe laut Planungsamt: Geringe Bewohnerdichte, kaum Anlieger. „Das ist unglaublich“, so König. „Dass Anlieger nicht in Rudeln auftreten, heißt ja nicht, dass sie keinen Parkplatz brauchen“.

280 neue Parkplätze

Ob Jutta Königs Viertel bei künftigen Planungen miteinbezogen wird? Jedenfalls, so Tanja Wißing, stehe die Parkplatz-Problematik der gesamten Innenstadt auf der Agenda der Verwaltung – besonders, was die Wohnbereiche nahe der Krankenhäuser angehe. „Aktuell arbeitet die Verwaltung an einem neuen Gesamtkonzept für den ruhenden Verkehr“. Neu diskutiert würden dabei jegliche Bewirtschaftungs-Formen von Parkplätzen, ob Automat oder eben Anwohnerparken. Wann die Verwaltung erste Ergebnisse veröffentlicht, steht noch in den Sternen.

Konkrete Pläne dagegen hat die Augusta-Klinik: Bis spätestens Anfang 2016 sollen 280 Parkplätze in einem neuen Anbau entstehen. Bisher stehen 554 Plätze im Parkhaus der Klinik zur Verfügung, 60 weitere Stellplätze gibt es für Mitarbeiter. „Auch wir wissen, dass die Parkplatzsituation für viele nicht zufriedenstellend ist“, so Monika Borggrebe, Assistentin der Geschäftsführung. „Aber wir hoffen, dass wir das mit den neuen Parkplätzen entzerrt bekommen.“

Jutta König ist skeptisch. Ihrer Meinung nach wird der bloße Anbau das Problem nicht lösen. „Es würde die Situation auflockern, wenn von den Angestellten keine Parkgebühren mehr verlangt werden.“ Ansonsten würden sie weiterhin versuchen, kostenlos vor Königs Haustür zu halten. Borggrebe hält dem entgegen: „Die Parkgebühren sind moderat“. Mitarbeiter zahlen monatlich 23,80 Euro für einen Parkhaus-Platz 13,80 Euro für einen Mitarbeiter-Platz abseits des Parkhauses.