Philosophen sprechen über „Das Wunder des Verstehens“

Verstehen ist nicht nur ein Grundbegriff menschlicher Lebensführung, sondern besitzt auch in der Philosophie und anderen Wissenschaften eine zentrale Bedeutung. Am 19. Februar widmen sich Wissenschaftler der Ruhr-Universität intensiv diesem Thema mit der Tagung „Das Wunder des Verstehens – Ein interdisziplinärer Blick auf ein außerordentliches Phänomen“ (10 Uhr, Ceres-Raum, FNO 02/40 – 46).

Die Frage nach dem Verstehen ist immer auch die Frage nach dem Subjekt und dem Objekt des Verständnisses. Wer versteht wen oder was? Ist Verstehen nur rationales Erfassen, Erkennen tieferer Einsichten und komplexerer Zusammenhänge oder ist es mehr?

Verstehen trennt und verbindet Menschen und Systeme. Es scheidet und knüpft das soziale Band. Am Verstehen hängt immer auch Empathie, man versteht den Menschen, weil er ein Mensch ist wie ich. Neben anthropologischen Fragen zielt die Tagung aber auch auf eine topographische Frage ab: Wo versteht man? An welchem Ort im Gehirn bildet und manifestiert sich das Verstehen? Ebenfalls interessant ist der Aspekt der Macht des Verstehenden. „Verstehen“ kommt von verstēn und verstān, welche ihrerseits dem Althochdeutschen firstān – ursprünglich „rings um etwas stehen, etwas beherrschen“ – entlehnt ist. Die Tagung thematisiert diese Vieldimensionalität des Verstehens und beschäftigt sich mit der Funktion, der Leistung und den Grenzen des Verstehens vor allem in Philosophie und Geisteswissenschaften. Ausgerichtet wird sie von der Mercator Forschergruppe „Räume anthropologischen Wissens“ und der Fakultät für Philosophie der RUB.

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