Pfleger (25) betrieb zu Hause Cannabis-Plantage
13.03.2008 | 14:41 Uhr 2008-03-13T14:41:00+0100Weil er zu Hause im Abstellraum eine kleine Cannabis-Plantage betrieben hatte, ist am Donnerstag ein 25-jähriger Pfleger zu 15 Monaten Haft auf Bewährung wegen illegalen Drogenbesitzes verurteilt worden.
Außerdem muss er 600 € an die „Krisenhilfe” für Drogenkranke zahlen. Der Bochumer, der vor Gericht recht schlunzig gekleidet erschien, hatte in seinem Abstellraum 18 große und acht mittelgroße Pflanzenkübel mit Cannabis gehabt. Alles wurde von einer Lampe beleuchtet, damit es gedeiht. Außerdem fand die Polizei, die einen Verdacht gegen ihn hatte, ein Glas mit Hanfsamen, ein paar Gramm bereits abgeerntetes Marihuana, einige getrocknete Cannabisblätter in Gefrierbeutel verpackt sowie eine Feinwaage. 58 Gramm reinen Drogenwirkstoff hatte das Grünzeug.
Für den Wohnungsbesitzer gab es nicht viel zu bestreiten. Zumal er auch zugab, selbst Marihuana konsumiert zu haben. Es sei ihm auch bewusst gewesen, dass er das nicht habe anbauen dürfen, sagte er. Allerdings sei der Anbau „nur für mich bestimmt” gewesen. Einen Handel habe er damit nie betrieben. Im Übrigen habe er gar nicht gewusst, dass die getrockneten Blätter einen Drogenwirkstoff enthielten. Er habe damit nur „Tee kochen” wollen. „So wie Brennnesseltee. Ich habe 30 verschiedene Tee-Sorten. Ich lege sehr viel Wert auf gesunde Ernährung”, sagte der ehemalige Cannabis-Züchter.
Der Vorsitzende Richter hielt den Angeklagten für „offenbar uneinsichtig” und seine Erklärungen für „Eiapopeia”. Im Prozess hatte der 25-Jährige sich einmal auch etwas theatralisch beklagt, dass ihn die Durchsuchung der Polizei in seiner Wohnung im vorigen Oktober „traumatisiert” habe. Der Richter dazu: „Ein Verbrecher muss einfach damit rechnen, dass die Polizei ihm auf die Schliche kommt und entsprechende Maßnahmen trifft.”

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