Parkplatz-Regelung mit „ernsthaften Folgen“

Robin Dutta, hier mit seiner Tochter Rosa, findet die Parkplatzsituation in seinem Viertel „nicht zumutbar“ - erst recht für Familien mit kleinen Kindern.
Robin Dutta, hier mit seiner Tochter Rosa, findet die Parkplatzsituation in seinem Viertel „nicht zumutbar“ - erst recht für Familien mit kleinen Kindern.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Anwohner kritisiert: Um das Bergmannsheil in Bochum werden Schwarzparker kaum kontrolliert. Die Stadt aber sieht ihre Arbeit getan.

Bochum.. Wenn Robin Dutta (35) zurück vom Sonntagsausflug mit seiner Familie kommt, würde er gerne direkt vor seiner Haustür an der Gilsingstraße parken, um seine Kinder (2, 4) ganz entspannt in die Wohnung zu bringen – schließlich bezahlt er im Jahr 22 Euro für einen Bewohnerparkausweis. Stattdessen muss der angehende Lehrer oft mehrere hundert Meter weit weg parken, oft auch dort, wo die Parkdauer begrenzt ist und er ein Knöllchen riskieren muss. „Die Hinweisschilder zum Anwohnerparken werden von vielen Leuten einfach ignoriert. Es wird einfach zu wenig kontrolliert.“

Die Stadt sieht das anders: Täglich seien zwei Kontrolleure zu immer unterschiedlichen Zeiten unterwegs, um den Bereich um das Uniklikum zu kontrollieren, versichert Stadtsprecher Oliver Tappe. „Wir wissen, dass es gerade hier regelmäßig zu Verstößen kommt. Aber diese sind nicht häufiger als in anderen Bewohnerparkbereichen.“

Häufige Missachtungen der Parkregelung

Eine „Fehleinschätzung“, findet Dutta, der zwar angibt, an „Dramatisierung nicht interessiert“ zu sein, aber beobachtet hat, dass sich aus der Parkplatzsituation „ernsthafte Folgen“ ergeben hätten. Sogar zu einer Rauferei zwischen Paketboten und Imbissbesitzer soll es bereits wegen eines Parkplatzes gekommen sein. „Zum Glück konnte ich rechtzeitig schlichten“, erzählt Dutta.

Als Grund dafür, dass viele Fahrer die Hinweisschilder fürs Anwohnerparken missachten sieht Dutta auch den „großen“ Abstand zwischen den Schildern von 50 bis 80 Metern. Stadtsprecher Tappe aber beschwört: „Der Abstand ist im üblichen Rahmen.“ Wer mit der Parkregelung dennoch unzufrieden sei, könne sich direkt bei der Stadt melden, um Lösungen zu finden.

Es bleibt die Frage: Warum sind Bewohnerpark-Bereiche wie die Gilsingstraße überhaupt so oft zugeparkt? Schließlich bietet das kostenpflichtige Parkhaus vom Bergmannsheil 240 Plätze für Patienten und Besucher. Ob das Parkhaus zu wenig genutzt wird, ließe sich laut Klinik-Sprecher Robin Jobb nicht genau sagen. „Die Auslastung ist sehr unterschiedlich, es gibt Tage mit extrem hoher Auslastung und Tage, an denen viele Plätze leer stehen.“