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Palästinensisches Theater zu Gast

24.03.2008 | 13:44 Uhr

Im Bahnhof Langendreer wird am heutigen Montag das Stück "Das letzte Feld" einer palästinensischen Theatergruppe aufgeführt

Von Jessica Buschmann

Aus der kleinen Stadt Sakhnin in Galiläa stammt das Theaterprojekt „Al Jawal” („Die Wanderer”). In Deutschland so gut wie unbekannt, räumt das arabische Theater in Palästina einen Preis nach dem anderen ab. Am Ostermontag sind die vier Darsteller und ihr Regisseur in Bochum zu Gast und zeigen im Bahnhof Langendreer ihr neues Stück „Das letzte Feld”. „Darin geht es um Kriegserlebnisse und darum, wie sie die Psyche eines Menschen zerstören können”, verrät Sabine Böhnke-Egbaria vom Arbeitskreis Palästina, der vor gut einem Jahr in Bochum gegründet wurde und durch unterschiedliche Aktionen auf die Situation in Palästina aufmerksam machen will.  Ein ehemaliger General kehrt bei Kriegsende nach Hause zurück. Er verbarrikadiert sich in einer von Wut und Rachsucht erfüllten Welt und distanziert sich zunehmend von seiner Frau, mit der er einst glücklich zusammen lebte. Der Krieg veränderte alles. Verfolgt von Alpträumen und Kinderwunsch versucht die Frau, ihrem Leben einen Sinn zu geben und flüchtet in eine Beziehung mit jemandem, den sie eigentlich verachtet.  Al Jawal ist eines der ältesten arabischen Theater in Palästina, das lange Jahre ohne feste Spielstätte von Ort zu Ort wanderte. Neuerdings residiert das Ensemble in einer ehemaligen Getreidemühle. Seit über 30 Jahren nimmt es vor allem und immer wieder Stellung zu gesellschaftlichen Konflikten und politischen Themen: das erfahrene Leid, die Nöte unter der israelischen Besatzung, aber auch die Gemeinsamkeiten unter den Menschen, die auf beiden Seiten für eine Konfliktlösung kämpfen. „Die Palästinenser, die seit mehreren Generationen hier in Deutschland leben, sollen sehen, was sich drüben tut”, sagt Böhnke-Egbaria.  Auch wenn das von der Theatergruppe selbst verfasste Stück in arabischer Sprache geschrieben ist, so richtet es sich nicht nur an Palästinenser, sondern auch an Deutsche. „Es gibt die Möglichkeit, die deutsche Übersetzung mit einem Beamer laufen zu lassen”, sagt Dagmar Wolf vom Bahnhof Langendreer, die sich über das Gastspiel der Palästinenser sehr freut.  „Früher fanden regelmäßig Theateraufführungen im Bahnhof Langendreer statt, leider hat es in den letzten Jahren sehr nachgelassen”, erklärt sie. Das soll sich zukünftig wieder ändern. Besonders politische Schauspielgruppen aus außereuropäischen Ländern will sie im Kulturzentrum wieder auf die Bühne bringen. Im April hat sich bereits eine mexikanische Truppe für ein Gastspiel angekündigt.

Das Stück „Das letzte Feld” des arabischen Theaters „Al Jawal” aus Palästina wird am Ostermontag, 24. März, um 19 Uhr im Bahnhof Langendreer aufgeführt. Einlass ist bereits um 18.30 Uhr. Zusätzlich gibt es während der Aufführung eine kostenlose Kinderbetreuung. Der Eintritt kostet 10 Euro, Schüler und Studenten zahlen 5 Euro.

Jessica Buschmann

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