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Freizeitsport

Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen

18.09.2009 | 17:40 Uhr
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen

Bochum. Die Paintball-Szene ist ein wachsender Markt. Doch im Ruhrgebiet können Christopher Siedelhofer und Patrick Ertel vom Team „Radiated Fighters” ihrem Hobby nicht nachgehen. Der Versuch, in Bochum eine Halle für das umstrittene Spiel mit Farbkugeln anzumieten, ist gescheitert.

Das ist was für die ganz harten Typen, die in Tarnanzügen durch die Wälder robben und sich die bunten Farbkügelchen nur so um die Ohren ballern. Wer sich die Homepage des Bochumer Paintball-Teams „Radiated Fighters” anschaut, mag, ob der düsteren Silhouette eines Baumes, diese Einschätzung bestärkt sehen. Im Gespräch zeigt Patrick Ertel, Kopf des Teams, die Trennlinie zwischen Gotcha-Fans (die mit Tarnanzügen im freien Gelände herumlaufen) und Paintball-Spielern. „Auf einem 25 mal 50 Meter großen Feld mit Hindernissen geht es darum, die Fahne des Gegners zu erbeuten und in die heimische Basis zu bringen”, bringt der 25-jährige Bochumer den Sinn der Veranstaltung auf den Punkt.

"Das ist der Wahnsinn"

Der Versuch eines Ausstatters, in Bochum eine Halle für Paintball anzumieten, scheiterte. Foto: imago

Und klar, räumt Patrick Ertel freimütig ein, „das gibt schon einen Adrenalin-Kick, das ist der Wahnsinn.” Die drei bis sieben Leute pro Mannschaft tragen sogenannte Markierer, waffenähnliche Geräte, die die mit Lebensmittelfarbe gefüllten Kügelchen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 240 Stundenkilometern herauspusten. Ist ein Mitglied der gegnerischen Mannschaft getroffen, ist er raus aus dem Spiel; „Das zwirbelt schon, wenn man getroffen wird”, sagt Ertel. Ein Grund dafür, dass man beim Spiel Schutzmasken und eine spezielle Kleidung trägt. Aus kurzer Distanz zu schießen, gilt als unsportlich. Wohl wegen der großen Ähnlichkeit zum Blut ist es übrigens verpönt, mit roter Farbe gefüllte Paintballs zu nutzen.

Gegner sprechen vom „Simulierten Töten”, vom „gewaltverherrlichenden Kriegsspiel”. Immer, wenn junge Leute tatsächlich zur Waffe greifen und etwas Entsetzliches passiert, wie zuletzt der Amoklauf von Winnenden, geht die Diskussion erneut los, es müsse ein schärferes Waffengesetz her, auch diese Luftdruckgewehre gehörten verboten. Schon heute ist der Erwerb nur möglich, wenn man mindestens 18 Jahre alt ist.

Angelegenheit der Gesellschaft

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Holger Richter ist Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Bochum. 20 Jahre schob der Polizeibeamte Dienst auf der Straße, er kennt die Wirklichkeit: „Wenn schon Menschen diesen Kick brauchen, soll es nicht auf S-Bahnhöfen, sondern lieber in geschlossenen und sicheren Räumen stattfinden.” Von einem Verbot hält er wenig, zumal die Auseinandersetzung um diesen Freizeitsport zunächst eine Angelegenheit der Gesellschaft sei.

Gegener des Paintball-Spiels sprechen vom „gewaltverherrlichenden Kriegsspiel”. Foto: imago

Paintballspieler wie Patrick Ertel oder sein 20-jähriger Teamkollege Christopher Siedelhofer sehen die Nähe zum Krieg, zur Gewalt nicht: „Da denke ich eher ans Boxen oder Fechten.” Wie auch immer. Die „Radiated Fighters”, wie andere meist junge Männer, fahren für diese Freizeitbeschäftigung an Wochenenden nach Borken, Düsseldorf, Iserlohn oder Holland, was zur Zeit die dem Revier nächstgelegenen Spielfelder sind. Doch die Szene bekommt Zulauf, will mit buntem Outfit das Rambo-Image vergessen machen.

Stadt hat andere Pläne

Ein großer Vertreiber von Paintball-Artikeln, die Firma Maxs aus dem hessischen Friedberg, wollte jetzt die große, zur Zeit leerstehende ehemalige zentrale Lagerhalle von Astroh-Küchen im Harpener Feld anmieten und zum Paintball-Mekka des Reviers umbauen. Doch die Stadt hat andere Pläne. „Wir möchten dort Gewerbe oder Logistik-Betriebe ansiedeln”, so Sprecher Thomas Sprenger. Der Fall ging bis vor das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Kammer teilte, wie berichtet, die Auffassung der Stadt.

Michael Weeke

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Kommentare
19.09.2009
09:12
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Zitronensorbet | #23

@ #22

....Das fängt mit einem achtlos weggeworfenen Bonbonpapier im zarten Alter von 2 Jahren an...

oh Mannomann.....Sie sind mir ja eine Erziehungskonifere....haben Sie schon mal etwas davon gehört, dass Kinder erst im Alter von 4-5 Jahren beginnen (langsam fähig werden), die Folgen des eigenen Handelns abschätzen zu können?
Vorher ist das Gehirn zu solchen Schlüssen gar nicht fähig.

....ach ja, die Eltern sind immer schuld....Dümmer gehts nimmer

19.09.2009
08:49
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Sigrun Panzo Rafael | #22

Es gibt mit Sicherheit eine Sportart, die verboten gehört - Boxen! Das hat für mich rein gar nichts mit Sport zu tun. Erinnert mich eher an Gladiatoren Kämpfe! Sicherlich gibt es auch beim Boxen Regeln. Die verhindern aber die gravierenden Spätfolgen nicht. Selbst beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht werden Püppchen vom Spielfeld geworfen.
Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen Paintball und den Ausrastern von Jugendlichen. Dafür möchte ich auch nicht die Gesellschaft anprangern, sondern ganz gezielt die Eltern dieser Kinder. Welche Kinder bekommen denn noch Grundwerte vermittelt, wie z.B. Eigentum des Anderen zu respektieren. Das fängt mit einem achtlos weggeworfenen Bonbonpapier im zarten Alter von 2 Jahren an und endet in der Zerstörung von Gemeinschaftseigentum. Die Kinder werden mit mateiellen Dingen überhäuft, aber der wirklich wichtige verbale Austausch findet in den meisten Familien nicht statt. - Ist ja auch anstrengend!! -

18.09.2009
21:48
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Lichtbringer | #21

Leute, fahrt nach Holland! Bringt Euer ganzes Geld nach Holland und habt da Spaß! Deutschland ist ein verdammter Bauernstaat voller ewig Gestriger!
Die Holländer freuen sich bestimmt auf mehr Umsatz!

18.09.2009
18:47
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von malte8 | #20

@19
sehr gut!
und nicht so verstehen, dass ich alle älteren Menschen gemeint habe mit alten Säcke. Ich meinte damit jene engstirnigen, die stets meinen früher sei alles besser gewesen und nicht merken, dass die Zeit nun eine andere ist. Ihr Kommentar hat mir sehr gefallen. Es steckt ne Menge Wahrheit darin.

18.09.2009
16:08
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Hartz 4 ist MORD | #19

Zu #13 - malte8
...bin inzwischen ebenfalls ein alter Sack ! Habe 4 Kinder und 3 Enkelkinder. Keines meiner Kinder wurde jemals von mir geschlagen. Habe immer Verständnis und selbst Interesse für diese neuen modernen Computerspiele gehabt. Ein guter Mix aus Interesse an den neuen Medien und einer sinnvollen Freizeitgestaltung (Sportvereine, Freunde) bei vorrangigem Interesse für die Schule und die Ausbildung, brauche ich mir über bevorstehende Amokläufe durch meine Kinder und Enkelkinder keine Gedanken machen. Die wirkliche Ursache der Problematik liegt m.E. in unserem System, welches arme Kinder ausgrenzt, weil sie am gesellschaftlichen Leben (Kino, Schwimmbad, Urlaub, etc.) aus Geldmangel nicht mehr teilnehmen können und frustriert über diese Gesellschaft Rache üben wollen. Armut wird in den Schulen täglich gemobt und kein Lehrer tut wirklich etwas dagegen, ausser dumm herumlabern. Für mich ist eindeutig die derzeitige Schweinepolitik (Hartz 4, u.a.) die Hauptursache !!! Ansonsten können sich die Kinder und Jugendlichen täglich in den Nachrichten ansehen, wie deutsche und andere Soldaten mit Menschenleben umgehen.

18.09.2009
16:01
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von ute | #18

herne hinter toom.
super gelände mit super ruinen.

18.09.2009
15:59
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von 840 | #17

Wer Paintball mit den Hirnlosen Amokläufern vergleicht ,sollte sich einmal über die regeln informieren. Ich spiele zwar selber kein Paintball ,weil ich andere Interessen habe,aber bin absolut gegen jedes verbot!
Das wir zur Zeit ein problem haben,liegt nicht an Killerspielen ,Paintball,Sportschützen oder andere Freizeitbeschäftigungen,sondern an der Erziehung der Kinder bzw. Jugendlichen. Diese haben eines von zu Hause nicht mitbekommen,ein Unrechtsbewustsein ! Erziehen heißt vorleben !
Wer ein Elternhaus hat ,in dem nur Gleichgültigkeit ,Langeweile ,Suff und Arbeitslosigkeit vorherschen,der hat auch nie gelernt rücksicht auf andere zu nehmen.
Um diese Probleme zu lösen,da helfen keine Verbote,schon gar keine ,die irgendeinen Bezug auf Freizeitbeschäftigung wie eben Paintball haben . Ich finde das von den öffentlich rechtlichen sowie Privaten Fernsehanstalten genug Gewalt öffentlich gemacht wird .Nur da kommt keiner auf die Idee nach einem Verbot zu schreien .
Mit Verboten ,Reglementierungen und Gängelungen seitens des Gesetztgeber erreicht man nur das Gegenteil von dem was man eigentlich will. Aber wie immer in unserem Land
meint man noch immer denken und handeln zu müssen wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten.
Weil irgend ein Individium meint ,aus der Rolle fallen zu müssen,werden andere ,die überhaupt nichts für den ausraster können, in quasi in Sippenhaft genommen. Tolle Politik! Nur leider werden diese Politstümper immer öfter von den Verfassungsrichtern gestopt.Und das ist gut so.
Am besten schaffen wir diese Politclowns ab und lassen uns vom Verfassungsgericht regieren. Da kommt bestimmt mehr raus!

18.09.2009
15:57
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Ballerspiele | #16

Jugendliche dürfen in ihrer kurzen Freizeit keine Farbkugeln in NRW abschiessen, aber die Bundeswehr darf in Afghansitan weiter Krieg führen ! Wenn hierbei Frauen und Kinder massenweise getötet werden, nennen die Politiker das Kollateralschäden - wie pervers !!!

18.09.2009
15:28
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von Stauner | #15

Unter Tage gibts doch ne Menge Schächte . Da können sie nichts kaputt machen und sich so richtig austoben.

18.09.2009
15:17
Paintballer wollen auch im Ruhrgebiet spielen
von pummelchen | #14

...der tut nix, der will nur spielen....

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