Operation in Bochumer Augenklinik sorgt für Durchblick

Die große Sonnenbrille hat Anika Durgo immer noch. Eine Brille, die ihr lange bei ihrer Kurzsichtigkeit half, benötigt die Hertenerin, die als Lehrerin in Gelsenkirchen arbeitet, aber nicht mehr.
Die große Sonnenbrille hat Anika Durgo immer noch. Eine Brille, die ihr lange bei ihrer Kurzsichtigkeit half, benötigt die Hertenerin, die als Lehrerin in Gelsenkirchen arbeitet, aber nicht mehr.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Nächstes WAZ-Nachtforum in Bochum am 18. Juni: „Laser und Licht für mehr Sehkraft“. Anika Durgo braucht außer der Sonnenbrille keine Brille mehr.

Bochum.. Es gibt auch Sonnenbrillen mit geschliffenen Gläsern. Also solche, die man tragen kann, wenn man eine Brille braucht und die Sonne heftig scheint. So eine hatte Anika Durgo (39) nicht. Sie hatte wegen ihrer Kurzsichtigkeit (2 Dioptrien) eine normale Brille. Darüber setzte sie dann eine Sonnenbrille auf. Sie musste natürlich entsprechend groß sein. Die große Sonnenbrille hat sie noch. Sie trägt sie auch noch gerne. Eine normale Brille aber braucht sie nicht mehr. Brille auf Brille, das ist Geschichte, seitdem sie an beiden Augen operiert, gelasert worden ist. Eine halbe Stunde dauerte die Operation in der Augenklinik des Universitätsklinikums des Knappschaftskrankenhauses, von der sie lange etwas haben wird.

Arzt suchte Probanden

Es ist auch die Geschichte eines Zufalls. Ihr Mann Gyözo Durgo ist Medizinstudent an der Ruhr-Uni. Er hatte ein Seminar zum Thema Augen. Bei dem erfuhr er, dass Dr. Vinodh Kakkassery Probanden für eine Studie suchte. „Mein Mann hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, daran teilzunehmen.“ Sie hatte und erfüllte zudem die Voraussetzungen. Sie ist/war zwar kurzsichtig, aber eben auch nicht zu sehr. Ihre Hornhaut ist/war verkrümmt, aber eben auch nicht zu sehr. Es passte alles. Auch Durgos Bereitschaft. „Wobei mein Leidensdruck nicht so groß war. Wenn es nicht diesen Zufall gegeben hätte, hätte ich mich wohl nicht operieren lassen.“ Nun, da sie die Operation hinter sich hat, ist sie durchaus froh, es gemacht zu haben. „Dieses ständige Brille auf, Brille ab, habe ich nicht mehr. Das hat ja doch manchmal genervt.“

Die Belastung durch die Operation fand sie nicht zu heftig. „Das ist zu schaffen.“ Gleichwohl sei es ein komisches Gefühl gewesen, dass sie am Auge operiert wird. „Das Wissen, dass am Auge etwas passiert, dass daran gekratzt wird, ist merkwürdig. Dazu kommt, dass man die gesamte Zeit in ein helles Licht blickt. Das Auge ist betäubt, man hat keine Schmerzen, aber da man bei vollem Bewusstsein ist, ist das schon komisch.“ Im Sinne von ungewohnt.

Erst wurde ihr rechtes Auge behandelt, dann ihr linkes. Verständlich, dass sie danach nicht allein nach Hause konnte. „Es musste auf jeden Fall jemand dabei sein. Und es ist auch nicht so, dass man direkt danach plötzlich klar sehen kann. Gerade direkt nach der Operation sind die Augen geblendet, sie tränen. Man bekommt Verbandlinsen zum Schutz drauf. Es stellt sich nicht sofort ein Aha-Erlebnis ein. Bis das soweit ist, dauert es.“

„Ich habe aber immer darauf vertraut, dass es besser wird.“ Täglich, wöchentlich, monatlich. „So ist es auch gekommen. Erst kamen die Verbandlinsen raus, dann musste ich immer weniger Salbe und Tropfen nehmen. Die Abstände der Untersuchungen wurden immer länger.“ Die letzte Untersuchung steht Ende Juli an. Ein halbes Jahr nach der Operation. Auf dem rechten Auge hat sie 100 Prozent Sehkraft, auf dem linken ist ein Rest von 0,25 Dioptrien geblieben. Eine Brille braucht sie aber nur noch zum Schutz gegen die Sonne.

Nachtforum mit drei Fachärzten

  • Zum Auftakt des WAZ-Nachtforums am Donnerstag, 18. Juni, zum Thema „Laser und Licht für mehr Sehkraft“ führen die beiden Patienten Anika Durgo und Klaus Salemka Gespräche mit Dr. Matthias Eiling, dem leitenden Oberarzt der Augenklinik im Universitätsklinikum des Knappschaftskrankenhauses.
  • Es folgen Vorträge von Dr. Eiling (Laser und Licht für . . . die Hornhaut), Prof. Dr. Burkhard Dick, Direktor der Augenklinik Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus (Laser und Licht für . . . die Linse), und Dr. Inga Kersten-Gomez, Oberärztin der Augenklinik Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus (Laser und Licht für . . . die Netzhaut).
  • Beginn des Nachtforums in der Cafeteria des Universitätsklinikums des Knappschaftskrankenhauses (In der Schornau 23 - 25) ist wie üblich um 19 Uhr. Moderator ist WAZ-Redaktionsleiter Thomas Schmitt. Die Mediziner stehen zum Ausklang bei Imbiss und Getränken für persönliche Gespräche bereit. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind ab sofort möglich unter der kostenfreien Rufnummer: 0800/60 60 710.