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Tumult nach Auftritt von Opel-Vorstand Sedran

10.12.2012 | 09:38 Uhr
Thomas Sedran, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Mitglied des Vorstandes der Adam Opel AG - nach seinem Auftritt bei der Betriebsversammlung im Opel-Werk Bochum gab es einen Zwischenfall.Foto: dapd

Bochum.  Im Opel-Werk Bochum werden nach 2016 keine kompletten Fahrzeuge mehr produziert. Die Beschäftigten zeigten sich nach der Betriebsversammlung sichtlich schockiert. Als Opel-Vorstand Thomas Sedran ohne Abschied die  Betriebsversammlung der Bochumer Opel-Belegschaft verließ, kam es zu einem Zwischenfall hinter der Bühne

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Opel - das Aus für den Standort Bochum

Das Automobilunternehmen Opel schließt den Produktionsstandort Bochum. Zu Hoch-Zeiten waren dort rund 20.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Opel stellt die Fahrzeugproduktion in seinem Werk in Bochum mit mehr als 3000 Beschäftigten in vier Jahren ein. Darüber informierte der Vorstand die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung am Montag.

Trotz intensiver Anstrengungen sei es nicht gelungen, die Situation für die Fabrik zu verbessern. Als Hauptgrund führte Opel den dramatischen Absatzrückgang in Westeuropa und die hohen Überkapazitäten an.

Opel hatte bereits im Juni angekündigt, Bochum eine Galgenfrist bis zum Jahr 2016 zu geben, wenn dort die Produktion des aktuellen Familienwagens Zafira auslaufen soll. Im Gegenzug sollten bis dahin für alle Standorte der hohe Verluste schreibenden General-Motors -Tochter in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden.

Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky kündigte an, "eine signifikante Zahl" an Arbeitsplätzen im Lagerbereich und einer möglichen Komponentenfertigung in Bochum zu erhalten. Über einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2016 solle mit dem Betriebsrat verhandelt werden.

Zwischenfall nach Opel-Betriebsversammlung

Als Opel-Vorstand Thomas Sedran kurzfristig und ohne Abschied die  Betriebsversammlung der Bochumer Opel-Belegschaft verließ, kam es zu einem Zwischenfall hinter der Bühne.

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Ein Vertrauensmann, der Sedran am Verlassen hindern wollte, wurde von zwei Wachmännern des Opel-Vorstands zu Boden geworfen. Das berichten mehrere der rund 2300 Teilnehmer der nicht õffentlichen Versammlung übereinstimmend. Sedran verließ den RuhrCongress durch den Hinterausgang.

Einenkel: Bochumer Werk "mit Absicht" teuer gerechnet

Das rasche Verschwinden empfanden viele Opel-Mitarbeiter als Schlag ins Gesicht. Sener Kortuglu ist seit 23 Jahren im Bochumer Opel-Werk beschäftigt und beschreibt, wie er den Moment erlebt hat: "Wir haben trotz der schlechten Nachrichten Herrn Sedran all unseren Respekt entgegen gebracht. Wenn man dann so behandelt wird, hat das mir Respekt gegenüber seinen Angestellten nichts zu tun."

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel sprach von einem "entwürdigenden Bild". Trotz der schlechten Nachrichten bleibt Einenkel optimistisch: "Es hat schon viele gegeben, die von dieser Stelle aus gesagt haben, es werden hier keine Auto mehr gebaut werden." Diese seien alle nicht mehr in der Produktion tätig. "Wir werden auch nach 2016 Autos bauen." Und: Das Bochumer Werk sei "mit Absicht" teurer gerechnet worden, als es sei - er sei, sagte der Betriebsratsvorsitzende, entsetzt über das, was in Bochum passiert sei.

Kommentare
12.12.2012
16:27
Opel - ENDE !?!
von Carsten.Samoticha | #78

Kleinwagen und Mittelklasse haben Umsatzeinbrüche von bis zu 40% (Grichenland)...
Die Oberklasse und Porsche z.B. können sich vor Aufträgen und neuen...
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2012-12-10 09:38
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