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Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum

06.06.2011 | 16:12 Uhr
Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum
Im Opel-Werk in Bochum, wo Astra und Zafira gefertigt werden, sollen 1800 Stellen wegfallen - notfalls durch Kündigungen. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Eine Alternative zum geplanten Abbau von 1800 Stellen im Bochumer Opel-Werk gibt es nicht. Das stellten Vertreter des Unternehmens am Montag auf einer Belegschaftsversammlung im Ruhr-Congress klar. Rund 600 Opelaner müssen noch gehen.

Mit Pfiffen quittierten zahlreiche Opelaner am Montagmorgen die Ankündigung der Unternehmensspitze, die Verhandlungen über den geplanten Abbau von 1800 Stellen endgültig als gescheitert zu werten, sollte der Betriebsrat am kommenden Mittwoch das vorliegende Ergebnis aus der Einigungsstelle (WAZ berichtete) nicht absegnen.

„Opel würde den Stellenabbau dann über einen Sozialplan und notfalls mit Kündigungen abwickeln“, berichtete Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel. Die soeben vereinbarten höheren Abfindungen – maximal 250 000 Euro plus acht Monatsgehälter, je nach Dauer der Werkszugehörigkeit – und Mobilitätsprämien wären hinfällig.

Einenkel bewertete vor rund 2000 Kollegen im Ruhr-Congress das vorliegende Resultat als positiv. Betriebsbedingte Kündigungen seien zwar nicht grundsätzlich vom Tisch, die Anreize für ein Ausscheiden aus dem Unternehmen oder einen Werkswechsel aber deutlich verbessert. Hinzu komme, dass 300 Arbeitsplätze im Getriebewerk bis Ende 2013 gerettet seien. „Der Betriebsrat wird jeden unterstützen, der gegen seine Versetzung oder Kündigung klagt“, kündigte Einenkel an. Wie berichtet, müssen noch rund 600 Mitarbeiter ausscheiden, um das Soll von 1800 zu erreichen.

Belegschaft sei in Vorleistung gegangen

Viele Opelaner indes kritisierten, dass in der Vergangenheit geschlossene Verträge heute nichts mehr wert seien. Die Belegschaft sei in Vorleistung gegangen und hätte heute nichts mehr davon. „Man muss sehen, dass wir Teil eines Konzerns sind, der vor wenigen Monaten noch vor der Pleite stand“, so Einenkel. Und man müsse auch in Zukunft aufpassen, „dass General Motors in Zukunft keine Dummheiten macht“.

Bochumer Jahresrückblick

Ausgepfiffen wurde Montag nicht nur Arbeitsdirektor Holger Kimmes, sondern erstmals in dieser Form auch Werksleiter Manfred Gellrich, der das Angebot der Adam Opel AG als letzte Chance für das Werk bezeichnete.

Thomas Schmitt

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Kommentare
06.06.2011
22:56
600 Opelaner müssen in Bochum noch gehen
von Schlimmer | #6

*augendreh* bei den Kommentaren.

06.06.2011
21:58
Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum
von festus04 | #5

Bin mal gespannt, ob Einenkel mit seinen Kollegen das Einigungsergebnis absegnet oder nicht. Ich weiß, dass der Betriebsrat sich im Augenblick in einer beschissenen Situation befindet. Jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, wo der Betriebsrat bei einer Ablehnung des Einigungsergebnisses einen Sozialplan aushandeln muß, der dann unter anderem Leiharbeitsverhältnisse gegenüber der Stammbelegschaft kaum zulässt, um jeden erdenklichen Arbeitsplatz für die Stammbelegschaft zu erhalten. Das ist eine harte Entscheidung, so traurig das auch ist für die Leiharbeiter. Aber welcher Betriebsrat entscheidet sich in solch einer Situation gegen die Stammbelegschaft.

06.06.2011
21:27
Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum
von frieder80 | #4

250.000 Abfindung ?????????????????????
Ich bin Opelaner und ich bekomme mit 30 Jahren gerade mal 30.000 Brutto! Ich kenne keinen im Werk der auch nur annähernd 250t bekommt, außer vielleicht dem Werksleiter.

Man sagt uns jetzt: Geh oder wir gehen dich. Das ist Erpressung!!! Was passiert den mit der Region wenn Opel dicht ist? Wenn sie bei uns mit Kündigungen durch kommen, dann wird bald überal gekündigt (nicht nur wie leider jetzt schon bei den Kleinen Unternehmen).

Ich lasse mich jedenfalls nicht erpressen und die Unternehmensleitung sollte lieber Angst vor einem zweiten 2004 haben.

06.06.2011
19:07
Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum
von holmark | #3

Es gibt eine Alternative: 80 % der Manager entlassen. Die leisten eh nichts und kosten viel Geld. Dann noch 50 % der Controller rausschmeißen, gute Autos bauen und verkaufen. Dann läufts.

Mit der hier vorgestellten Entscheidung bleibt nur zuhoffen, dass die Kunden das mit größter Kaufzurückhaltung honorieren werden...

06.06.2011
18:37
Opel sieht keine Alternative zu Stellenabbau in Bochum
von WernerGuenther | #2

Es gibt keine Alternative? Ja.genau so wie immer,der kleine Arbeiter muß die Fehler der Manager ausbügeln ! Dass muß man sich mal vorstellen,da läuft in wenigen Wochen der neue Zafira an und diese Arbeitsplatzvernichter haben nichts besseres in ihren klugen Planerköpfen als die Belegschaft auf das absolute Minimum zu reduzieren.Da muß ich doch als Kunde davon ausgehen das diese feinen Herren ihren eigenen Produkt nicht zutrauen einen ordentlichen Marktanteil zu erreichen.Was ist wenn der Zafira gut verkauft wird,wovon ich selbstverständlich ausgehe ! Wie armselig und erbärmlich steht dann das Managment da? Wie erklärt man dann den Leuten warum soooo dringend Leiharbeiter benötigt werden? Der Betriebsrat hat alles erdenklich mögliche getan um Kündigunggen zu vermeiden,auch deswegen hoffe das Opel diesen erbärmlichen Schritt nicht wagen wird. Das wäre für einen führenden Auto Hersteller auch absolut unwürdig ! Eine Alternative wäre es die Kollegen zu halten,weiter zu Qualifizieren und zu schauen wie der Zafura anläuft. Die andere Alternative wäre endlich einzugestehen das Opel dieser Belegschaft grossen Dank schuldet und gemeinsam mit dieser sehr guten Truppe ein hervorragendes Auto baut.
Die Bundesregierung hat hervorgerufen durch einen tsunami eine gute Kehrtwende in ihrer Politik vollzogen,ich hoffe nicht das Opel erst durch ein Supergau (Kundenboykott) zur Besinnung kommt.

Ein EX Opelaner

06.06.2011
16:31
600 Opelaner müssen in Bochum noch gehen
von hajobabo | #1

Jahrelang sind doch Opelaner über Tarif bezahlt worden, dazu haben sie viele Sonderleistungen erhalten, jetzt gibt es -wenn auch kein Trost- große Abfindungen.Tausende werden in Bochum jährlich entlassen oder ausgemustert und das fast immer ohne Abfindungen.Aber das sind ja nur einzelfälle und keine Zeilen für die Zeitungen. Berichtet doch mal über solche Menschen!

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